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Glass Animals (Credit Pooneh Ghana)

Glass Animals – Dreamland

Nichts normal diesen Sommer? Malle ist wieder 17. Bundesland! Hier ist alles wie gehabt. Für wen die Balearische Party-Insel allerdings noch nie eine Option war, der entdeckt womöglich die schönen Ecken Deutschlands gerade neu oder erstmalig.

Und für einen kleinen Rest tropischer Stimmung, sei es in der Eifel, der sächsischen Schweiz oder der Mecklenburgischen Seenplatte, drängen sich Glass Animals als Begleiter für die lauen Nächte erst auf und dann ins Abseits.

“Pulling down backstreets deep in your head / Slipping through dreamland like a tourist” heißt es im Titelsong der Platte. Ein geschmeidiges Indie-Pop-Stück, bei dem die Synthesizer das Bett für Dave Bayley’s funkelnden Gesang bereiten.

Davon abgesehen ist auf „Dreamland“ kaum noch etwas mit Indie in Verbindung zu bringen, schon gar nicht mit Indie-Rock. Die Band aus Oxford legte auf „ZABA“, dem Debüt aus 2014 Wert auf gleichberechtigt nebeneinander stehende Einzelteile:

Ein echtes Schlagzeug, Indie-Gitarren, Trance, Trip-Hop und latenter R’n’B-Einschlag. Eine gewagte, aber schicke Mischung. 2020 hat R’n’B die Oberhand und Drummer Joe Seaward darf nur noch Drumcomputer spielen.

Sei es im schwülen „Heat Waves“, das die tropischen Vibes ins Tank Top zwängt, oder in „Your Love“, das den Rumba-Hüftschwung modernisiert. Beides ist bereits hart an der Grenze.

Doch spätestens die dicken Urban-Beats und die überdimensionierte Autotune-Lackierung in „Tokyo Drifting“ sind dann deutlich drüber, und Glass Animals klingen, als würden ein paar Halbstarke mit ihren 125ern Wheelies drehen. Der protzige HipHop-Part von Denzel Curry im Abspann bestätigt sie darin.

Es ist die Art cool getarntes Herden-Prolltum, das Thees Uhlmann in seinem „Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach Hip-Hop Videodrehs nach Hause fährt“, schonungslos entblößt. Hier hätte er die ganze Nacht zu tun.

Und es ist es sehr wahrscheinlich, dass an dieser Stelle die sich zu Hause erholenden Karohemden zu Okta Logue wechseln, weil die überzogene neue Glitzerwelt von Glass Animals dann doch nur schwer auf Wangerooge passt.

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