Nach drei Jahren wollen es The Horrors wieder wissen. Nach einer Zeit getrennter Wege mit frischem Ehrgeiz ausgestattet, holten sie sich mit Paul Epworth einen Erfolgsproduzenten an Bord, der u.a. mit Kate Nash, Coldplay und Adele zusammenarbeitete und für seine Arbeit mehrfach Grammy`s abräumte.

Bei den ersten Tönen vom Opener „Hologram“ drängt sich vorrübergehend der Querverweis zu Siouxsie And The Banshees auf. Das wundert nicht, haben die Düsterlinge aus Southend-on-Sea, allen voran mit der Großtat „Skying“, einen Bogen zwischen Gothik-Punk, Krautrock und ausführlichen Shoegaze geschlagen.

Die erste ausgekoppelte Single „Machine“ präsentierte sich als eine beatstrotzende Übernummer, geschrieben im emotionalen Kühlschrank, ein Soundtrack zum wallenden Herbstnebel. „You will never be more than a machine“ resümiert Sänger Faris Badwan mit Trockeneis-Stimme und generierte nach dem durchwachsenen „Luminous“ hohe Erwartungen.

Auch unter der Epworth-Abmischung bleiben die Tugenden des Quintetts gegenwärtig. Üppige Electronica in schweren Dosen produziert – vereint mit donnernden Gitarren und roboterhaften Drums – nicht nur in „Weighed Down“ in epische Klangbögen gewundene Melancholie.

Was die Stücke ebenfalls verbindet, ist ihre Laufzeit. Unter fünf Minuten geht hier in der Regel nichts. Das ist auch nötig, um zwischen großem Songwritertum und arena-tauglichem Widescreen jede Klangidee aufzunehmen und jeden Effekt auszukosten, damit selbst das Outro von „Press Enter To Exit“ zur Wundertüte wird.

Bei allem, was sich da in die Soundschüssel ergießt, ist manchmal nicht zu erkennen, in welche Richtung es mit und nach „V“ gehen soll. Das kürzeste Stück lässt es schließlich ein wenig durchblicken. „World Below“, einem gegen den Strich gebürsteten Eskobar-Stück ähnlich, ist ein klares Bekenntnis zum Pop. „It`s A Good Life“ und das vollends tanzbare „Something To Remember Me By“ schließen sich nahtlos an.

The Horrors scheinen nach den Kursschwankungenn der vorangegangenen Alben mit „V“ eine stabile Homebase für weitere Expansionen festgezurrt zu haben. Diese Klangvielfalt steht ihnen ausgesprochen gut.

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