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Washed Out – Purple Noon

RubrikAlben
Künstler*inWashed Out
LabelSub Pop

Bei einigen Künstlern gleicht die Erwartung eher der bei einer Wundertüte, wenn ein neues Album angekündigt wird. So ähnlich war es mit seinen bisherigen Veröffentlichungen auch beim Musikprojekt Washed Out.

Der Elektro-Produzent, der eigentlich Ernest Greene heißt, wechselte in der Vergangenheit nicht nur einmal den Stil und entführte seine Zuhörer in Chillwave-, Synthie- oder an Pop angelehnte Welten. Sein jüngster Streich „Purple Noon“ gleitet nun atmosphärisch durch die 80er Jahre.

Ob Greene, der in technischer Hinsicht sonst eigentlich als sehr modern gilt, sich damit nur dem immer noch anhaltendem Retro-Hype hingibt? Womöglich. Sein Handwerk beherrscht er dabei trotzdem.

Während der Opener „Too Late“ noch eher zaghaft und mystisch mit hallendem Gesang den Start macht, geht es schon mit „Face Up“ weiter in die 80er-Tiefe. Sanfte E-Drums, verspielte Flötenlaute und verträumt säuselnder Gesang erinnern hier und da verstärkt an Chillwave, fangen den Geist der Nostalgie aber dennoch gekonnt ein.

Der Multiinstrumentalist arbeitet vielschichtig und gibt nur ausgewählten Instrumenten einen Platz, um sich auszubreiten. Doch genau das macht sein viertes Album vielleicht auch so interessant:

Mit jedem Durchgang, ergibt sich ein weiteres Detail, welches entdeckt werden möchte. Das wird auch in weniger 80er-Jahre-durchtränkten Stücken wie „Leave You Behind“ deutlich.

Im Schlusslicht „Haunt“ rückt der rote Faden des Albums noch präsenter ins Licht als in den vergangenen Stücken. Subtil wummernde Beats, hastige aber leise E-Drums und dominante Synthie-Töne umrahmen den Achtziger-Sound, wie ihn in den letzten Jahren viele Produzenten angestrebt haben – ganz nach dem Vorbild von „Stranger Things“.

Washed Outs Songs mit dem Soundtrack der Netflix-Serie zu vergleichen, wäre allerdings auch weit entfernt von der Wahrheit. Diese Nachahmung hat Ernest Greene nicht nötig.

Stattdessen findet er andere und eigene Wege, die Vibes vergangener Zeiten authentisch und dennoch innovativ zu transportieren. Als Filmmusik würden sich die Songs von „Purple Noon“ auch eignen. Vielleicht ergibt sich in der Zukunft ja eine Gelegenheit dazu.

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