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A Certain Ratio (Credit Paul Husband)

A Certain Ratio – ACR Loco

Zwölf Jahre waren A Certain Ratio weg und treten zurück auf den Plan mit einer Wagenladung provokanter Fragen: Ist das die Zukunft des Funk oder kann das weg? Werden hier Slap-Bässe mit Elektro-Pop in Liebe geeint oder zwangsverheiratet?

Hatten nicht die Gorillaz den besten Ideen in diesem lässig-schlüpfrigen Grenzbereich bereits das sauberste Wasser abgegraben? Sind A Certain Ratio nach über vier Dekaden so fortschrittlich, wie sie gerne tun, oder sind sie zwischendrin nur in Richtung einer anderen Zukunft abgebogen?

Fakt ist: A Certain Ratio verschwurbeln seit nunmehr 43 Jahren Funk, New Wave, Soul, No Wave und eine Unzahl anderer Einflüsse. Diversität zum Nulltarif. Und natürlich ist „ACR Loco“ nach Einschätzung ihres Sängers Jez Kerr jetzt „der Höhepunkt all dessen, was wir je gemacht haben“

„Wir haben im Moment einen richtigen Schwung“, ergänzt der Chef der fünfköpfigen Band aus Manchester. Das kann man so sehen, wenn man beim Computer-Funk aus „What’s Wrong“ die Finger über die Tastatur hüpfen lässt und den Praktikanten für den dritten Kaffee losschickt.

Man kann es so sehen, wenn die Latin-Percussions zu Daft Punk-Vocodern in „Bouncy Bouncy“ um die Wette schnalzen. Toll diese Titel. Und nicht zu vergessen: Die Cowbell in „Yo Yo Gi“. Hat auch richtig Schwung das Teil.

Spätestens mit dem 80er Powerpop-Schmachtfetzen „Always In Love“ dürfte es dann allerdings selbst für den größten A-Certain-Ratio-Aficionado schwierig werden, noch irgendwo Schwung hinein zu deuten. Aber wir wollen der eingeschworenen Fangemeinde mal nicht die Suppe versalzen.

Was bleibt, ist eine Band, die nach über einer Dekade, entgegen ihrer eigenen Wahrnehmung, definitiv nicht die Blaupause des futuristischen Funk abgeliefert haben. Mit „ACR Loko“ ist es eher fraglich, ob es sowas überhaupt geben kann – oder vielmehr sollte.

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