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Osees (Credit Titouan Masse)

Osees – Protean Threat

Wer Produktivität mit John Dwyer verbindet, liegt grundsätzlich richtig. Mit den Osees, seinem Langzeit-Projekt, das zuletzt Thee Oh-Sees hieß, brachte der Workaholic unter diversen weiteren Namen in den vergangenen knapp zwei Jahrzenten um die 20 Alben plus Beiwerk an den Start, deren gemeinsamer Nenner es war, die Möglichkeiten des Psychedelic-Noise immer tiefer auszuloten.

Dass die neue Platte „Protean Threat“ nicht nur dieser Tradition verpflichtet bleibt, sondern auch an den Wurzeln von Hass, Zwietracht und Planetenmord mit den Mitteln der Liebe rütteln will, erklärten er und die weiteren beteiligten Musiker schon vorab.

Der Protestsong ist in Kaliforniens musikalischen Genen nicht erst seit Dead Kennedys und Black Flag verankert, das Quintett rammt mit „Protean Threat“ ihre Auforderung zur Rebellion unter der Parole „Future youth / Do conspire / Facelessness is key / Cloak your flag / Dissimulate / Divert / Disguise / Mislead.“ in den Boden.

Der schwitzige Wahnsinn vom letztjährigen „Face Stabber“, der ihre Garagen-, Psychedelic-, Kraut, Blues- und Punk-Rock-Variante einmal mehr renovierte, bekommt einen hibbeligen Nachfolger, für dessen 13, mehrheitlich die Dreiminuten-Grenze unterschreitenden, Nummern auch Metal und Funk in die Zentrifuge gerieten.

„Scramble Suit II“ leitet die sich zum „Upbeat Ritual“ entwickelnde Hatz ein, in der sich „Terminal Jape“ als Hardrock-Patient aus den Spät-Siebzigern nach erfolgreicher Reha präsentieren wird, um dessen Gravitationsfeld die Surfer-Nummer „If I Had My Way“ oder das flippige „Said The Shovel“ kreisen, in manchen Augenblicken ein Klon aus Jon Spencer, Beach Boys und Eels aus den Boxen zu tönen scheint.

Leicht zu identifizierende Osees-Produkte wie „Persuaders Up!“ teilen sich den Platz mit dem auf Schleichfahrt befindlichen „Toadstool“ und dem Weltraum-Ableger „Canopnr ’74“, das inzwischen fest etablierte Doppel-Schlagzeug begleitet Synchronisierung und Auseinanderdriften der Tracks mit der Präzision einen Metronoms.

John Dwyers Gesang umspannt dieses Paket im Stil eines Entertainers, der zwischen Hysterie, Agitation und Wut ein Soundkorsett moderiert, mit dem „Protean Threat“ eine weitere Ecke im hauseigenen Klangkorridor ausleuchtet.

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