Songhoy Blues – Optimisme

Dass Songhoy Blues mit einem derart fettem Rock-Riff die Tür eintreten auf ihrem dritten Studioalbum „Optimisme“, hätte bei diesem westafrikanischen Quartett, bei dem der Blues nicht umsonst im Namen steht, wohl niemand für möglich gehalten.

Aber „Optimisme“ ist ein kruz-knackiges, politisches Blues-Rock-Brett, das gar nicht anders kann als mit der Tür ins Haus zu fallen, und dass den Glauben an bessere Zeiten durch die Kraft des tanzbaren Rocks beschwört.

Man vergegenwärtige sich hier ruhig erneut, dass es sich bei Songhoy Blues nicht um eine stinknormale Band handelt die Rock macht.

Ihren Heimatort Timbuktu in Nordmali mussten Garba Touré, Aliou Touré, Oumar Touré (lustigerweise alles keine Brüder oder Verwandte) und Nathanael Dembélé aufgrund von Scharia, Musikverbot und Bürgerkrieg verlassen.

In Bamako, im Süden des Landes, fristet man ein Exildasein, das nah dran ist an einem nicht enden wollenden und immer größer werdenden afrikanischen Konfliktherd.

Und trotzdem oder gerade deswegen zelebrieren Songhoy Blues auch beim dritten Mal unbeirrbar ihren Desert-Blues voll von positiven Spirit und mitreißender, lebensfroher Energie.

Sie etablieren sich damit vollends als neuartige und lebendige musikalische Stimme aus Mali/Westafrika, die deutlich stringenter abrockt als etwa Fela Kuti oder Tinariwen.

Kurz, aber völlig übersprudelnd geben sich hier Stakkato-Riffs, rasantes Finger-Picking und laut aufgedrehte Riff-Kost die Klinke in die Hand. Ansteckend optimistisch, ansteckend schwungvoll glauben die Vier an die Kraft, durch Musik bewegen, verändern zu können.

Bewundernswert.

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