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Two Year Vacation (Credit Sebastian Kok van Toorop)

Two Year Vacation – Laundry Day

Die Welt wäre wahrscheinlich ein schönerer Ort, wenn wir alle so viel Spaß an Waschtagen hätten, wie Two Year Vacation – die ihre jüngste Platte „Laundry Days“ nach ebendiesen benannt haben.

Auf einem Album, wo sich moderner elektronischer Indie-Pop, Retro-Klänge und tropisch angehauchte Elemente die Klinke in die Hand geben, kann ja eigentlich gar nicht mehr viel schief gehen. Oder?

Das möchte man vor allem meinen, wenn einer LP ein so schönes Konzept zugrunde liegt wie „Laundry Days“: Dem Quintett gehe es darum, mit seiner Musik die farbenfrohen Momente im tristen Grau zu finden, die Dualität im Alltäglichen aufzuzeigen, die Trivialität zu überwinden. Beeindruckende Worte!

Und der zweite Longplayer von Two Year Vacation schafft es auf jeden Fall, sich vom Grau abzuheben, denn er macht mit seinen 11 Feel-Good-Tracks einfach Spaß. Und lässt sich musikalisch wirklich was einfallen:

Wir bekommen sowohl Sounds serviert, die an (Italo-)Disco erinnern, wie auch Melodien, die vom 2000er-Indie inspiriert wirken.

Nur eines muss man leider auch festhalten: So wirklich über den Fun-Faktor hinaus geht „Laundry Days“ dann leider doch nicht. Die angekündigte Dualität sucht man vergebens, denn der Moment des Ausbruchs aus der Tristesse lässt sich nur schwierig finden, wenn klanglich eh schon alles auf gute Laune gepolt ist.

So ist beispielsweise Single-Auskopplung „Getaway“ mit seiner eingängigen Melodie zwar ein wirklich hübsches Radio-Stück, den Wunsch, mit seinem bisherigen Leben Schluss zu machen und abzuhauen, nimmt man Sänger Anton Tuvesson aber kaum ab, wenn er mit seiner hellen Stimme „Another day to look out from my window / Promised myself to get out of this limbo“ zu klagen versucht und dabei ziemlich heiter klingt.

Nach ähnlichem Muster funktionieren auch die anderen Songs der Platte. Es wird viel über Sorgen und Probleme lamentiert, aber gleichzeitig sehr darauf geguckt, dass sich das alles noch in einem tanzbaren Gute-Laune-Rahmen abspielt. Der Stimmung der Hörerschaft mag das förderlich sein, der Glaubwürdigkeit der 11 Songs eher nicht.

Mit „Laundry Days“ versuchen sich Two Year Vacation an mehr Tiefsinnigkeit als in ihren bisherigen Songs, was an sich ja nichts Schlechtes sein muss. Nur standen ihnen Party-Laune und Unbeschwertheit einfach irgendwie besser.

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