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Ólafur Arnalds (Credit Anna Maggy)

Olafur Arnalds – some kind of peace

Ólafur Arnalds ist nicht nur für seine wunderschön melancholische Neo-Klassik bekannt, sondern auch für die großen Konzepte, die dahinterstecken.

Für „Island Songs“ nahm er beispielsweise sieben Songs an sieben verschiedenen Orten Islands auf. Mit seinem letzten Album „re:member“ feierte er mit dem innovativen und halb selbstspielenden Stratus Piano einen technologischen Triumph. Man merkt, Arnalds nimmt normalerweise nicht einfach so ein Album auf. Zumindest bis jetzt.

Denn für „some kind of piece“ hat sich Arnalds zum ersten Mal in seiner Karriere für ein anderes Konzept entschieden: nämlich keins. Der zurückhaltende Isländer wollte sich nicht länger hinter großen Ideen verstecken, sondern sich stattdessen der eigenen Angst stellen und Songs schreiben, die sein Inneres nach außen kehren.

Dass Ólafur Arnalds die Zuhörer ungewohnt nah an seinem Leben teilhaben lässt, zeigen beispielsweise Gesprächsfetzen oder andere, ausgewählte Aufnahmen aus dem Alltag des Musikers. Und so gelingt es Arnalds auf „some kind of piece“ mehr denn jeh – auch ohne eigentliche Lyrics – Geschichten zu erzählen.

Besonders intim ist „We Contain Multitudes”, das mit einem kurzen Dialog beginnt und durch allerlei Hintergrundgeräusche – ein Knacken hier, ein Knarzen da – gefühlt direkt in Arnalds Studio entführt.

Seine Musik ist dabei so entschleunigend und atmosphärisch wie gewohnt. Nach wie vor ergänzen sich elektronische Einflüsse mit rein klassischer Instrumentierung so selbstverständlich, als habe es nie eine Zeit gegeben, in der ebendies undenkbar und einer Revolution gleichzusetzen gewesen wäre; bei der die alte Generation der Klassiker ungläubig den Kopf schütteln und über die Banalität der modernen Musik schimpfen.

Jedes einzelne Stück der verhältnismäßig kurzen zehn Werke auf „some kind of piece“ entfaltet seinen eigenen Zauber. Mal stehen singende Geigenbögen, wie bei „Spiral“ im Vordergrund, mal lädt sich Arnalds zu seinen zurückhaltenden Songs Gastmusikerinnen ein, die wie bei „Back To The Sky“ oder „The Bottom Line“ die feinen Melodien durch ihren Gesang ergänzen.

Generell ist die Musik auf „some kind of peace“ genau das, was der Name verspricht. Ein Stückchen Frieden in ungewissen Zeiten.

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