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BRTHR (Credit Luzie Marquart)

BRTHR – High Times For Loners

Was sind denn das für Blues-Klänge, die „High Times For Loners“ uns hier liefert? Klingt ein wenig wie sehr entspannte The Black Keys, aber ohne verzerrte Gitarren.

Nein, BRTHR kommt nicht aus dem Südwesten der USA, sondern Deutschlands. Das Duo aus Stuttgart veröffentlicht nach „Strange Nights“ (2017) und „A Different Kind Of Light“ (2018) nun sein drittes Album.

Beim Hören der Platte fühlt man sich wie in einem Western Saloon, in dessen Ecke eine Live-Band ihre entschleunigten Songs spielt. BRTHR vermittelt eine zurückgelehnte Leichtigkeit, während die Texte von Einsamkeit und Vergänglichkeit erzählen.

Mit der Single „Speak Loud (When You Speak Love)“ setzt sich das Duo außerdem gegen die Verbreitung von Hass und Diskriminierung ein.

Für die Aufnahmen von „High Times For Loners“ holten sich Philipp Eißler und Joscha Brettschneider den Bassisten Max Braun und den Schlagzeuger Johann Polzer ins Studio. Die Harmonie der Mitglieder ist kaum zu überhören. Gemeinsam gelingt es ihnen, einen warmen und organischen Sound zu kreieren.

Mit der durchgehend entspannten Stimmung könnte man sich das Album gut als Hintergrundmusik, beispielsweise in gemütlichen Cafés vorstellen.

Aber auch genaues Hinhören lohnt sich. Erst dann bemerkt man, auf welche wunderbare Weise die einzelnen Instrumente und der Gesang zusammen finden. Vor allem bei „Lonely Night“ kann man schön beobachten, wie einzelne Melodien und Pattern zu einem Ganzen verschmelzen.

Im Folk-Pop und Blues der Stuttgarter Band sind ganz klar ihre Einflüsse US-amerikanischer Künstler*innen wie Calexico, zu hören. In den aufwendiger arrangierten Songs merkt man auch die Inspiration durch Bands wie Khruangbin.

Der Sound von BRTHR geht im dritten Album deutlich über Singer/Songwriter-Klänge hinaus. Ab und zu kommen sogar dezente elektronische Elemente oder Bongo-Trommeln hinzu, wie im Titelsong.

Für „What Took You So Long“ gehen die Musiker auch noch etwas weiter in den Süden des Kontinents und holen sich Inspiration aus lateinamerikanischen Rhythmen.

Der Star der Musik bleibt aber die Gitarre. Die beiden überzeugen mit präzisem und abwechslungsreichem Spiel, sowohl mit Akustik- als auch mit E-Gitarre.

Zwei einsame Reiter ziehen uns so in ihren Bann. In diesem Sinne: Lasst uns alle mit BRTHR langsam in den Sonnenuntergang reiten.

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