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Puma Blue (Credit Netti Hurley)

Puma Blue – In Praise Of Shadows

„Das Licht im Dunkeln finden“ klingt ein bisschen nach dem nicht ganz so originellen Mantra einer dubiosen Selbsthilfegruppe. Unter genau diesem Motto hat der Sänger, Producer und Multi-Instrumentalist Jacob Allen alias Puma Blue aber sein Debütalbum „In Praise Of Shadows“ gestellt, auf dem er sich unter dem Deckmantel lässiger Produktion an nicht ganz so entspannten Themen abarbeitet.

Zu seinen großen Vorbildern gehören unter anderem Radiohead, John Frusciante und Jeff Buckley, verglichen wurde Puma Blue aber schon des Öfteren mit King Krule – so wirklich zusammen zu passen mag das für viele im ersten Moment nicht.

Puma Blue jedoch zeigt, dass man aus den Meistern der atmosphärischen Alt-Rock-Musik und jungem, modernen Songwriting sehr wohl eine funktionierende Synthese herstellen kann, die Genre-Zuordnungen ziemlich schwierig macht.

Denn Puma Blue verbindet seine stimmungsvollen, meist jazzig angehauchten Tracks mit einem entspannten Sound, kleidet seine oft auch tiefschürfenden Lyrics in träumerische Lo-Fi-Melodien.

Zur DIY-Einstellung von Puma Blue passt es auch, dass der Großteil von „In Praise Of Shadows“ nicht in einem Studio, sondern in einer Wohnung in Atlanta sowie einem Londoner Keller entstanden ist.

Für zusätzliches Ambiente hat sich der Künstler außerdem diverse Musiker*innen mit ins Boot geholt, die ihn mit Background-Vocals oder an verschiedensten Instrumenten unterstützen. Überbordend wirkt „In Praise Of Shadows“ aber trotzdem nie.

Ob bei Liebeshymnen (z.B. „Sheets“), einem Trennungssong wie „Cherish (furs)“ oder dem herausragenden, vorab veröffentlichten „Velvet Leaves“, Puma Blue schafft es immer, gefühlvoll zu sein und dabei weder lyrisch noch musikalisch ins Melodramatische zu kippen.

Besonders bei letztgenanntem Track ist das keine leichte Aufgabe, denn dieser thematisiert den Selbstmordversuch seiner Schwester vor einigen Jahren, der auch beim Künstler selbst tiefe psychische Spuren hinterlassen hat. Und trotzdem: Pathos –  Fehlanzeige.

„In Praise Of Shadows“ taugt somit mit seinem hypnotisch-stoischen Sound als Chill-Out-Album, befriedigt aber auch solche, die sich nach Tiefsinn sehnen – für letzteren muss man aber ein bisschen genauer hinhören.

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