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girl in red – if i could make it go quiet

Wer einen Hype wirklich überlebt und schnell wieder in Vergessenheit gerät, entscheidet sich in der Regel schnell. Bei girl in red hält sich die Faszination aber immerhin schon rund drei Jahre, die Songwriterin wird sogar als künstlerische Sprecherin der Generation Z gehandelt.

Seit der Veröffentlichung ihres Songs „ i wanna be your girlfriend“ via Soundcloud hat sich allerdings viel getan. Verschiedene Uploads des Stücks haben auf YouTube zusammen mehr als 40 Millionen Aufrufe erreicht. Und auch die Nachfolge-Singles „we fell in love in october“ und „Girls“ haben ähnlich große Aufmerksamkeit bekommen.

Der Lo-Fi-Indie-Sound der einzelnen Songs hat sich aber längst weiterentwickelt. Auf ihrem Debütalbum „if i could make it go quiet“ schlägt die Norwegerin nicht nur sentimentalere, sondern auch weniger sanfte Töne an. Vielleicht ist das unter anderem auch den Inhalten ihrer energiegeladenen Songs geschuldet.

Themen wie Mentale Gesundheit, Sexualität und das Erwachsenwerden mit allen Vor- und Nachteilen lassen vielleicht keinen Platz für unbeschwerte Indie-Songs. Stattdessen gibt es dramatische Balladen, die vor allem mit dominanten Saiten-Zupfen und Drums auskommen („midnight love“).

Als Kontrastprogramm halten starke Pop-Einflüsse her, wie im Opener und der Vorabsingle „Serotonin“ oder „I’ll Call You Mine“. Hier wirkt die Stimme von Marie Ulven, wie girl in red eigentlich heißt, stellenweise auch wesentlich sanfter als in den anderen Songs.

Mit „You Stupid Bitch“ bietet das Album aber auch einen echten Tanzflächenhit. „Apartment 402“ kommt dann wieder ruhiger daher und spielt mit den Gegensätzen Klavier und Elektrobass.

Generell ist es aber wohl die Wandelbarkeit, die girl in red so fesselnd macht. Nicht nur die ihrer Stimme, sondern auch die ihrer Songs. Auf ein Genre scheint die Songwriterin sich nicht so recht festlegen zu wollen.

Vielleicht ist „if i could make it go quiet“ aber auch nur ein Album, das versucht, genau das herauszufinden: Welchen Weg auch immer girl in red musikalisch noch vertiefen wird, ihr dabei zuzuhören, ist unheimlich faszinierend.

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