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Wet Leg 2.0 sind lauter, heißer, direkter. Drei Jahre ist es her, dass Wet Leg die Indie-Welt mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum um den Finger wickelten und direkt auf die „Chaise Longue“ bugsierten.

2025 ist die hundertprozentige Hit-Quote des ersten Albums immer noch unkaputtbar, der Wunsch nach neuen Songs ist in dem kurzlebigen Musikzirkus aber auch nicht zu unterschätzen. „Moisturizer“ bietet jetzt genau das, wenn auch mit einem kleinen Überraschungsanteil.

Denn das Projekt Wet Leg hätte nach dem gigantischen Erfolg für ein Indierock-Debüt auch eine kommerzielle Richtung einschlagen können: Option A wäre ein More of the Same Zweitwerk, Option B eine Hinwendung zu mehr Pop, mehr TikTok-Affinität, mehr Meme-Charakter.

„Moisturizer“ ist all das nicht, sondern ein riff-basiertes Indie-Rock-Abenteuer. Schnörkel oder Zeitgeist-Anbiederung gibt es nicht. Für Fans ist das mindestens spannend, diese Entscheidung fällt aber auch minimal zu Lasten der Hit-Dichte des Albums. Ganz so hoch fällt diese nämlich nicht aus, da die Homogenität der Songs auf gesamter Albumlänge deutlich wird.

Nicht schlimm – diese Wet-Leg-Version macht im Moshpit dafür umso mehr Spaß. „Catch These Fists“ hatte als „Comeback“-Single schon angedeutet, wohin die Reise gehen wird: Gegen übergriffige Macker gibt’s den Spruch „He don’t get puss / He get the boot“, dazu sengen die Riffs einmal quer durch den gesamten Song.

Auch wenn Wet Leg heute mehr denn je eine Band mit Kante sind, ist das Album ansonsten vor allem eine Feier der Euphorie – und der Liebe. Die wird mal als „Pokemon“ umschrieben, mal in sanften Momenten schüchtern mit „You’re kind of cute though“ („Pillow Talk“) beschrieben und sonst wird auch schlicht „I want you to hold me all the time“ gewünscht („Liquidize“).

Kurz: Es ist romantisch. Ähnlich wie bei „Being In Love“ auf dem Debütalbum geht es dafür öfter in die Kopfstimmen und sphärischen Riffs, insgesamt wollen die Brit*innen aber mehr Drive. Kein Wunder also, dass die Platte vor allem mit dem Gedanken, was live gut funktionieren wird, entstanden ist.

Das wird „Moisturizer“ auch definitiv, egal ob im lässigen „CPR“, dem poppigsten Song „Mangetout“ oder dem epischen Finale „U And Me At Home“: Wet Leg 2.0 liefern wieder ab.

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