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International Music – Ententraum

Schon einmal einen Ententraum geträumt? Einen Karl Valentinschen Kalibers, wonach der Illusionär in Gestalt eines Wasservogels im Schlüsselmoment geweckt wird?

Obwohl ohne Querverweis zum Humoristen, gibt es dato gemeinsam mit International Music Gelegenheit, ähnlich Gelagertes in seine REM-Phasen (die Schlafphase ist hier gemeint, Anm. d. Red.) einzubinden.

Denn die Band geht nach dem fulminanten Debüt „Die besten Jahre“, dem wesentliche Protagonisten als The Düsseldorf Düsterboys unerheblich später „Nenn Mich Musik“ folgen ließen, mit „Ententraum“ in die nächste Runde gehobenen Liedguts.

Peter Rubel, Pedro Goncalves Crescenti und Joel Roters scheuen auf den 17 Stationen ihrer Traumreise weder den musikalischen Stil-Clash, noch die inhaltlich bipolare Betrachtung eigenen und fremden Seins im Kontext öffentlicher Schwarmintelligenz, dies nicht nur beim Rundgang durch das „Museum“ eines Lebens.

Was in der Weitläufigkeit von relevanten einheimischen Musik-Auswürfen und dem übrigen Best-Of der letzten Pop-Rock-Jahrzehnte verortet scheint, ist wohldurchdachte Kopfgeburt.

Ein Partus, für den der „Kopf Der Band“ (Pedros Version fällt zwar bedeutend kürzer als Joels vom Vorgänger aus, hat deshalb jedoch nicht weniger Gewicht) – allen verfälschenden Gedanken zum Trotz – den Fokus auf die Verantwortlichkeit dieser Position nie aus den Augen verliert.

Ob schwelgerisch als „The Beauty Of The Bar“ in Szene gesetzt, im Chor pathetisch durch den „Dschungel“ streifend oder leichtfüßig im Pop-Modus „Raus Ausm Zoo“:

So verlässlich wie kein Song dem anderen ähnelt, so vielschichtig ist deren Dramaturgie, sind die Nummern so sicher zwischen allen verfügbaren Stühlen arrangiert, dass ihre knisternde Intensität auf Albumlänge ein konstant hohes Level hält.

Da dreht der „Fürst Von Metternich“ hypnotische Schleifen bevor die Saiten donnern, seziert eine messerscharfe Gitarre die Bassline von „Marmeladenglas“, tänzelt „Zucker“ die Dream-Pop-Treppe hinab, um sich in Shoegaze zu verlieren, ist „Der Traum Der Ente“ eine dissonant fabulierende Vision ähnlich der in „DNS Wasserturm“ von Einstürzende Neubauten.

„Die Sprache ist eklektisch“ erklärt „Misery“ und mit ihr führen International Music durch eine semantische Wunderwelt, in der jedweder „Ententraum“ ein Philosophie-Seminar ersetzt.

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