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International Music – Die Besten Jahre

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Das Debütalbum von International Music ist eine Freude für jedes Pop-Poetik-Seminar, wenn die Tocotronic– oder Christiane Rösinger-Platten durch analysiert sind. Diesen Freitag bringt das Trio sein erstes Album bei Staatsakt heraus und befinden sich somit in bester, verkopft-cooler Gesellschaft von Die Sterne oder auch  den Jolly Goods.

Dark Wave trifft auf Dada, so könnte man die 17 Songs auf „Die Besten Jahre“ beschreiben. Beim Opener „Cool Bleiben“ wird durchdekliniert, was Frauen, Männer und Jobs sein müssen. Entweder geil, cool oder geldbringend. Dazu schrammelt die Gitarre, einzelne Sätze wie „Kippen kaufen“ werden eingeworfen und der  Song wird immer schneller. Fazit: „Ich muss cool bleiben“. Coolness entsteht auch durch Absurdität und diese kultivieren die drei Herren aus Essen.

Die ewigen Teenies könnten International Music sein, da tut der Magen weh und deswegen wird nicht in die Schule gegangen („Du Hund“). In „Metallmädchen“ geht es darum, dass die Herzensdame mit ihren Schuhen zu groß für den Sänger ist.

Eine ruhige Nummer mit entspanntem Basslauf ist „Mama, warum?“. Als Teenie im Herzen ist die Frage „Mama, warum bekomme ich es immer so, wie ich es bestellt habe?“ durchaus legitim. Analog zur Ratlosigkeit des Fragenden endet der Song auch in einem Soundbrei.

In sprachwissenschaftlichen Studiengängen gibt es den Bereich der Komparatistik, in dem Texte miteinander verglichen werden. Auf dem ersten Album der Essener finden sich „Der Kopf Der Band“ und „Der Kopf Der Band (Joel)“. Die Songs unterscheiden sich deutlich, nicht nur in der Tracklänge.
„Der Kopf Der Band (Joel)“ ist eine Zwanzig-Minuten-Nummer, die beschwingt vor sich hin wabert. In den psychedelischen Sechzigern und in 2018 hat man noch Zeit für ausufernde Songs.

„Daddy Is Rich“ heisst der vorletzte Song und man möchte sagen: Gut für dich, denn diese Platte wird dich nicht reich machen. Aber man sollte Kunst, Kapital und Können trennen, um wirklich frei zu sein.

Einige Songzeilen aus „Die Besten Jahre“ könnten Teil des Pop-Diskurses werden. Na, wer findet die Verlinkung zu Nina Hagen in „Mont St. Michel“?

International Music machen auf der Bühne bestimmt richtig Spaß, da krautrockartige und psychedelische Songs mit Dada-Texten erst live sich komplett entfalten können.

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