Fatoni & Edgar Wasser – Delirium

Während Fatoni gefühlt durchgehend neue Musik (solo und mit anderen zusammen) veröffentlicht, sind acht Jahre vergangen, seitdem er mit Edgar Wasser „Nocebo“ herausgebracht hat. „Delirium“ ist nun das nächste gemeinsame Werk der beiden Münchner Rapper. Und das hat es lyrisch in sich.

Denn schnell wird klar: zusammen mit Edgar Wasser geht auch ein Fatoni herber voran als beispielsweise in Kombination mit der talentierten Mine. Das reicht von einem AFD-Disstrack („Freierssohn“), in dem beide Rapper mit Betonungen und dem abweichen von Kraftausdrücken spielen, bis zu „Alle 11 Minuten“, das mit dunklen Trapbeats untermalt wird und inhaltlich altbekannte Rap-Motive aufgreift:

Eine Liebelei mit der Mutter des Beschimpften. Die Lines wirken dabei nicht immer rund und geschmeidig, viele Reime kommen sogar holprig daher. Das zieht sich dermaßen durch die meisten Tracks, dass es glatt als Stilmittel von „Delirium“ durchgeht.

Auch ansonsten bleibt die Themenauswahl offensichtlich, wenn auch nicht unwichtig: Fatoni und Edgar Wasser rappen über Sexismus, Rassismus und das Mackertum im Hip-Hop generell („Newcomer des Jahres“).

Eine Erklärung für vielerseits durchgekaute Themen liefern Fatoni und Edgar Wasser auch direkt selbst „Es wird immer schwieriger für Satiriker“, stellen sie in „Realität“ fest. Das Jahr 2020 sei so überspitzt wie eine South-Park-Folge gewesen, lautet hier die These. Allerdings in der Realität. „Wie soll man was übertreiben, was schon übertrieben ist?“, rappt Fatoni. Die Worte der Müncher Rapper erscheinen aber weniger wütend und eher fasziniert.

Wirklich interessant wird „Delirium“ vor allem im letzten Track „Künstlerische Differenzen“. Das freundschaftliche Battle thematisiert Momente, in denen die beiden Rapper musikalisch nicht einer Meinung waren.

Die Beats dazu sind wieder düsterer, im Hintergrund lassen sich sogar E-Orgel-Sounds erahnen. Dafür, dass ihre Meinungsverschiedenheiten einen ganzen Track füllen, ergänzen die beiden Rapper sich auf „Delirium“ aber flüssig.

Ob die künstlerischen Differenzen am Ende dazu führen, dass die Fans weitere acht Jahre auf Nachschub warten müssen? Das bleibt wohl abzuwarten.

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