Musik sollte für Offenheit und Ausdruck stehen – MD ONE im Interview

Nach drei appetitanregenden Singles (“Love Grows Every Day“, “Bombe A”, “I Need You Tonight”) kommen die beiden französischen MD ONE-Verantwortlichen Marc Vindret und David Bernard Granger nun endlich mit ihrem langersehnten Debütalbum “Twelve Stars” um die Ecke. Wir trafen die beiden Musiker zum Interview und sprachen über religiöse Referenzen, die Achtziger Jahre und die Bedeutung von Musik.

MusikBlog: Vor einer neuen Veröffentlichung machen sich Künstler immer viele Gedanken. Wie geht ihr mit der Phase so kurz vor dem Erscheinen eures Debütalbums um? Welche Gefühle und Gedanken begleiten euch dieser Tage?

Marc Vindret: Der Tag der Veröffentlichung ist ein sehr wichtiges Datum für mich. Schließlich entdeckt das Publikum unsere musikalische Welt. Jeder Song ist ein Teil von mir. Ich bin auf jeden Fall sehr aufgeregt.

David Bernard Granger: Wir haben endlich unser Musikprojekt fertiggestellt, das uns seit Beginn sehr am Herzen liegt. Ich fühle mich erleichtert und befreit, da ich nun weiß, dass unsere Musik nicht mehr nur noch ausschließlich uns gehört. Wir teilen sie jetzt mit einem großen Publikum.

MusikBlog: Welche Geschichte steckt hinter dem Albumtitel “Twelve Stars”?

David Bernard Granger: Der Albumtitel hat mehrere Bedeutungen. Marc und ich, wir kennen uns schon sehr lange. Wir haben schon vor 15 Jahren gemeinsam Songs geschrieben. Den sechs ganz alten Songs von einst haben wir jetzt sechs weitere neue Tracks hinzugefügt. So hatten wir genug Material für ein komplettes Album. Der Titel „Twelve Stars“ ist aber auch ein religiöser Hinweis auf die zwölf Sterne, die im Heiligenschein dargestellt sind, der den Kopf der Jungfrau Maria umgibt. Ich mag diese mystische Konnotation, die ich auch im Opener des Albums namens “Your Secret” verwendet habe.

MusikBlog: Musikalisch präsentiert ihr eine Mixtur aus Pop, Rock und Elektro. Die Gesänge wecken bei mir Erinnerungen an die Achtziger. War diese Ausrichtung so geplant?

Marc Vindret: Nein, dieser Sound ergibt sich einfach, wenn ich mein Gitarrenspiel mit Keyboardklängen verbinde. Ich finde es immer unheimlich interessant, wenn sich klassische Instrumente mit elektronischen Elementen vermischen.

David Bernard Granger: Wir sind natürlich mit den Sounds der Achtziger aufgewachsen. Das war unsere Zeit. Natürlich nimmt man die Einflüsse dann auch irgendwie mit in das eigene Schaffen. Gesanglich versuche ich mich immer, so weit es irgendwie geht, zu pushen.

MusikBlog: David, du hast gerade die Achtziger als Referenzpunkt genannt. Wie sieht generell mit Einflüssen aus? Hört ihr viel Musik während des Songwritings?

David Bernard Granger: Ich lasse mich gerne von allen möglichen Musikstilen beeinflussen. Ich persönlich denke, dass Musik für Offenheit und Ausdruck stehen sollte. Ich habe keine Probleme damit, Brücken zwischen U2 und Eminem oder Brel und Massive Attack zu schlagen.

Marc Vindret: Ich befinde mich während des Songwritings eher in einer Blase. Für mich klingen die Songs des Albums auch wie Teile eines Soundtracks. Ich verspüre immer eine starke Verbindung zwischen Musik und Bildern.

MusikBlog: Welche Inhalte sind euch wichtig? Um was geht es in euren Songs?

Marc Vindret: Ich habe mehrere Themen mit eingebunden. In dem Song “Treblinka” beispielsweise geht es um ein tragisches Ereignis in der polnischen Geschichte während des Zweiten Weltkrieges. Im Song “Piano Noir” beschreibe ich die Schwierigkeit, Musiker zu sein. Und im Song “Esperance” geht es um gesellschaftliche Inspiration für eine bessere Welt.

David Bernard Granger: In meinen Texten geht es um viele persönliche Aspekte. Meine Werte, meine Überzeugungen, meine Lebenserfahrungen: Die Texte zeigen nicht nur meine Gefühle und Emotionen, sondern es geht auch um meine Überzeugungen, meine Energie und meine Entschlossenheit. Es ist auch ein Einblick in meine Vision des Lebens.

MusikBlog: Ihr arbeitet bezüglich eurer Außendarstellung, eurer Videos und auch eurer Musik viel mit Bildern und visuellen Elementen. Der berühmte Fotograf Christophe Duron spielt da immer eine zentrale Rolle. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Marc Vindret: Mit Christophe haben wir eine ganz besondere Beziehung. Wir sind alle sehr große Depeche-Mode-Fans und Christophe hat schon oft mit der Band gearbeitet. Wir haben dann einfach bei ihm angefragt. Christophe hat sich dann die Zeit genommen, um uns auf die Videodrehs vorzubereiten. Wir sind mit dem Endergebnis seiner Arbeit sehr zufrieden. Nach den Dreharbeiten in Berlin habe ich beschlossen, ihm die Klaviernoten am Ende des Songs “Piano Noir” zu widmen.

MusikBlog: Wann habt ihr gemerkt, dass ihr als Duo gut funktioniert, und dass ihr mit eurer Musik ein größeres Publikum erreichen könnt?

Marc Vindret: Als wir zwanzig waren, haben wir in einer Rockband gespielt. Zur gleichen Zeit kam elektronische Musik bei einem breiteren Publikum in Mode. Ich begann damit, Musik auf meinem Computer aufzunehmen, wie zum Beispiel den Song “Love Grows Every Day”, und David sang darauf. Es war cool. So wurden wir uns unseres Potenzials bewusst.

MusikBlog: Was schweißt euch beide zusammen?

Marc Vendrit: Ich schätze die Tatsache, dass David seine Träume selbstlos und mit großer Entschlossenheit leben möchte.

David Bernard Granger: Marc hat einfach ein unglaubliches Talent, wenn es um Musik und das Komponieren geht.

MusikBlog: Corona macht momentan nicht viel möglich. Was steht bei euch in Zukunft noch außer der Veröffentlichung des Albums an?

David Bernard Granger: Offensichtlich hat die Pandemie einige unserer bisherigen Pläne durchkreuzt. Ich vertrete jedoch immer den Standpunkt, dass jede Wolke einen Silberstreif am Horizont hat. Mit der neuen Single “Esperance” und dank Kevin Adler, dem CEO von Miracle Message (eine wohltätige Organisation in den USA), haben wir die Möglichkeit, das neue Video in Amerika zu promoten. In dem Video werden auch Videoaufnahmen von Miracle Message mit eingebunden. In naher Zukunft werden wir zusammenkommen, um über unsere gemeinsamen Werte und unsere Solidarität mit ihrer wohltätigen Sache zu reden.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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