Pom Pom Squad – Death Of A Cheerleader

Auf der Suche nach der eigenen Identifikation stand Mia Berrin von Pom Pom Squad in ihrem noch jungen Leben schon viele Male mit einem fragenden Blick im Gesicht vor dem Badezimmerspiegel. Wer bin ich? Was will ich? Wo gehöre ich hin?

Die Frontfrau der Band aus Brooklyn war lange auf der Suche. In der Corona-Pause und der damit verbundenen Isolation hat Mia nun endlich zu sich selbst gefunden. Die vielen neuen Ausrufezeichen will die Sängerin nun teilen – und zwar musikalisch.

Auf dem Debütalbum von Pom Pom Squad wird die Selbstfindungsreise der Sängerin von knarzigen Indie-Rock-Klängen begleitet, die bisweilen sogar in Richtung Garage-Punk schielen.

Ältere Semester fühlen sich bei Songs wie “Head Cheerleader”, “Cake” und dem kratzigen “Drunk Voicemail” schnell an Zeiten erinnert, in denen Bands wie Babes in Toyland, The Muffs und L7 in aller Munde waren.

Mit angezerrten Gitarren und noisigem Liebreiz preschen Pom Pom Squad ins Rampenlicht. Der Evergreen “Crimson & Clover” von Tommy James And The Shondells wurde zuletzt im April 1982 von Joan Jett so bittersüß und schön neu interpretiert.

Das flotte “Red With Love” hat definitiv das Zeug zum Sommerhit.

Kurz vor Feierabend schließen die New Yorker das mit vielen Ecken und Kanten versehene Ganze mit einem Song, der alles Vorherige auf den Kopf zu stellen scheint: “Be Good”. Plötzlich weht ein südamerikanischer Vibe durchs Haus.

Mias markante Stimme schält sich lasziv und zart durch die Boxen, während im Hintergrund Trompeten und chillige Salsa-Sounds das Kommando übernehmen.

Aber irgendwie passt auch diese Wandlung ins Gesamtbild. Denn Pom Pom Squad stehen nicht nur für knarzige Gitarren-Orgien, sondern auch für Handgemachtes abseits der Norm. Möge die “Cheerleader”-Vergangenheit in Frieden ruhen. Staub zu Staub, Asche zu Asche, tolles Album in der Tasche! Amen.

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