Robbing Millions – Holidays Inside

Man hat das Gefühl, dass sich da viel aufgestaut hat seit dem Debütalbum von Robbing Millions vor fünf Jahren. Viele Ideen, viel musikalisches Kribbeln. Und dass es für „Holidays Inside“ nun gar kein Halten mehr gibt.

Ein Album, das den Fuß gar nicht vom Gaspedal nehmen kann und schon vor dem „Go!“ davon prescht.

Der zweite Langspieler des Belgiers Lucien Fraipont und seinem Projekt Robbing Millions ist ein kreativer Ausbruch, in jeglicher Hinsicht. In seiner Form, mit 18 Songs und über einer Stunde Laufzeit ist es ein ziemliches Brett.

Und im Stil: Ausgeflippte Synths springen wild umher, schräge Samples mischen Elektrobeats mit Fraiponts schwebendem Gesang. Mal klingt das nach 90er-Jahre-Videospiel („Tiny Tino“), mal nach Blitzlichtgewitter („Camera“). Und ziemlich oft wie Tame Impala in 1,5-facher Geschwindigkeit.

Oft ist das sehr ansteckend – wer zu Songs wie „Family Dinner“ nicht abtanzt, ist selbst schuld. Zwischendurch sorgen sphärische Instrumentals für kurze Verschnaufpausen.

Ein Album, das wie ein vertonter Flipperautomat klingt, kann aber eben beides sein: spannend in den einen Momenten, ziellos in den anderen. Innerhalb der Songs wissen die umherspringenden Synthtöne manchmal nicht so recht, wo sie hinwollen.

Und das Album als Ganzes verliert zur Hälfte zwischenzeitlich seine Richtung, etwa bei „Rapa Nui“, einem der Songs mit dem größten Nervpotenzial.

Davor und danach bietet „Holidays Inside“ neon-grellen Synth-Pop, der Spaß macht.

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