The Go! Team – Get Up Sequences Part One

Vor 17 Jahren brachte das Debütalbum von The Go! Team alle in Bredouille, die den neuen Stilmix von der Insel beschreiben sollten. 2021 hat sich daran nichts geändert.

Ihr sechstes Album legt noch immer Stilvolten zwischen Oldschool-Hip-Hop, Cheerleader-Pop, Funk und verrückten Samples hin und verpackt alles in ein jubilierendes Indie-Gewand, das jederzeit tanzbar bleibt.

Das Erstaunlichste dabei ist, dass sich dieser arglose, freigeistige Ansatz einfach nicht abnutzen will, was im Wesentlichen daran liegt, dass die Mischung nie konstruiert, nie erzwungen wirkt.

Die zehn neuen Songs fallen bei allem Detailreichtum so luftig und leicht aus, als hätte sich die sechsköpfige Band aus Brighton die Ideen einfach aus dem Ärmel geschüttelt, in ein Fass voller Melodien fallen lassen und dann Bandchef Ian Parton nach Perlen tauchen lassen.

„Ich war schon immer daran interessiert, innerhalb eines Songs zwischen verschiedenen Abschnitten hin und her zu springen“, erklärt Parton passend dazu.

Für das spritzige „Pow“, das mehr Lust auf eine geschmackvolle balearische Strandparty macht als jede Langnese-Eis-Werbung, macht es Frontmann Ian Parton noch konkreter:

“Dieser Track lässt in der einen Sekunde Curtis Mayfield erklingen, in der nächsten Mellotron-Saiten aufsteigen. Ninjas (Bandmitglied Nkechi Ka Egenamba, Anm. d. Red.) Old-School-Rap trifft auf stampfende Gitarren – bei The Go! Team ging es schon immer um den Unterschied zwischen den Dingen.”

Der Unterschied liegt bisweilen Kilometer weit auseinander und doch so nah beieinander. Zwischen Ninjas Rap-Stil, der auf der einen Seite den Teil der 90er hofiert, bei dem der Prinz von Bel-Air noch als Sitcom-Maßstab galt und feinstem, leichtfüßigen, aber vor allem unverschämt schelmischen Indie-Pop in „I Loved you Better“ oder „A Bee Without Ist Sting“ auf der anderen Seite.

Nicht nur die Band hat da am Ende des Songs gut lachen. Das Indie-Kollektiv verpackt die frivol changierten Stile stets in einen geschmacksicheren Retroschick, der nicht nur zeitlos bleibt, sondern auch die Kohärenz an jedem ausfransende Ende bindet.

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