Mit Festival- und Club-Auftritten hat sich das Duo GiiRL schon einen gewisse Followergemeinde erspielt, schon vor ihrem ersten Langspieler sind sie für ihre Live-Performances bekannt. Zu Recht: Auch die auf digitalen Speicher gebannten Songs kann man nicht hören, ohne sich vorzustellen, wie das Duo damit eine Menschenmenge in Ekstase versetzt.

Denn die Songs auf dem Debüt „Bloom“ sind vor allem eins: explosiv, energiegeladen, beatgetrieben. GiiRL selbst nennen sich ein „Psych’n’B Duo“, als „Psychedelic Garage Rock“ wurde ihr Stil auch schon beschrieben. Tatsächlich steht die Musik des Kölner Duos irgendwo zwischen hartem Alternative-Rock und Bombast-Pop.

Da ist etwa der dreckig-übersteuerte Refrain von „Drowning“, eine Art Song-gewordene Kreissäge. Oder „Fever“, das mit seinen E-Gitarren-Ausbrüchen alles niederzuwalzen scheint. Nicht selten erinnert der Sound dabei an den Rock der Imagine Dragons. Hier gehen GiiRL in die Vollen, oder wie sie schon mit ihrem Eröffnungstrack ansagen: Sie wollen alles.

Dass diese Power in den Händen von nur zwei Leuten liegt – nämlich in denen von Schlagzeuger Dennis Hölscher sowie Gitarrist und Sänger Milan Hofmann – und damit mindestens die Hälfte einer klassischen Rockbesetzung fehlt, macht GiiRL nur interessanter.

Daneben bewahren andere, reduziertere Titel das Album vor der Überhitzung. In „Fall Asleep“ pocht der Beat weiter, aber gedämpft unter der Oberfläche. Das minimalistische „Downtown“ besteht vor allem aus schwirrenden Elektrosounds hinter Hofmanns Gesang, die nur im Refrain zu einem leuchtenden Synthpop-Song aufbrechen.

Mit „Bloom“ werden sich GiiRL noch einige neue Anhänger erspielen.

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