Poppy Ackroyd hat ihr neues Album “Pause” angekündigt und dazu gleich die erste Singleauskopplung “Seedling” inklusive Video veröffentlicht. “Pause” erscheint am 12. November via One Little Independent.

Mit dem Song zeigt sich die Komponistin wieder geerdeter als noch in der Vergangenheit: “Seedling” ist ein Solopiano-Stück, das ohne jegliche technischen Tricks auskommt und dennoch den ruhigen, aber vielschichtigen Songwriting-Stil der Britin darstellt.

Das melodische Thema des Tracks zu Anfang breitet sich zunächst ruhig aus, bevor es plötzlich ausbricht, in die Höhe steigt und bedächtig, aber knisternd umherschwirrt.

Nach dem emotionalen Höhepunkt des Stückes wird das Klavierspiel wieder reduzierter, die Musikerin kehrt zur Anfangsmelodie zurück und schließt damit den thematischen Kreis.

Damit löst sich Ackroyd vom verschachtelten Sound des 2018er Albums “Resolve”, auf dem die gebürtige Londonerin ihr Klavierspiel mit Sample-Loops, Verzerrungen und elektronischen Effekten verfälschte und damit noch mehr an Klangkonstrukteure wie Nils Frahm erinnerte.

Begleitend zum erdigen, akustischen Sound zeigt das Video von Jola Kudela in extremen Nahaufnahmen Eisobjekte, die durch Kaleidoskop-artige Effekte verformt und verfälscht sind – zuerst ist nicht klar, was genau in den eisigen, grau-blau schimmernden Kristall-Landschaften zu sehen ist.

Hier und da tauchen im Eis winzige Pflanzen auf: Das Grün der Blätter steht im lebhaften Kontrast zur lebensfeindlichen Umgebung, Knospen brechen allmählich durch die Kälte.

Ackroyd berichtet über die visuellen Arbeiten, die das Einfrieren und Abtauen von Pflanzen, Zeitraffer und Infrarot-Aufnahmen beinhalten: “Beim Zeitraffer werden naturgemäß lange Zeiträume aufgezeichnet, und die Veränderungen, die in diesem Zeitraum stattfinden, sind normalerweise mit bloßem Auge nicht sichtbar. Auf diese Weise wird die normale Zeitwahrnehmung gewissermaßen umgestaltet. Man muss sich in Geduld üben und stundenlang meditieren, bis man die endgültige Aufnahme sieht.”

Über die Entstehung des Sounds zu “Papers” berichtet die klassisch ausgebildete Pianistin und Violinistin, die kürzlich Mutter geworden ist: “Bei früheren Alben verbrachte ich fast genauso viel Zeit mit der Bearbeitung und Manipulation von Aufnahmen wie mit dem Komponieren am Klavier. Aber jetzt fiel es mir schwer, Zeit vor dem Computer zu verbringen. Das Einzige, was ich tun wollte, solange mein Sohn noch klein war, wenn ich nicht bei ihm war, war Klavier spielen. Tatsächlich wurde ein Großteil des Albums geschrieben, während er in einem Tragetuch auf mir schlief.”

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Login