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Poppy Ackroyd – Pause

Rein instrumental eine breite Masse zu erreichen, gestaltet sich in den meisten Fällen wohl als schwierig. Vor allem im Kammer-Pop gibt es aber immer wieder Künstler, denen es doch gelingt – Yann Tiersen etwa.

Doch auch die britische Pianistin Poppy Ackroyd ist längst etabliert und stellt mit „Pause“ ihr mittlerweile fünftes Album vor. Der Titel bezieht sich allerdings nicht auf vermeintlich lange, stille Phasen auf dem Album.

Vielmehr beschreibt er die Zeit des Lockdowns in der Corona-Pandemie, in dem die Welt insgesamt heruntergefahren und eben in vielen Bereichen eine Pause eingelegt wurde. Künstlerisch hat Ackroyd die Zeit, wie viele Musiker, aber genutzt und insgesamt zehn neue Soloklavierstücke komponiert und aufgenommen.

Das Wort „Solo“ steht auf „Pause“ im Vordergrund. Denn mehr als ein einzelnes Klavier gibt es nicht zu hören. Was nüchtern betrachtet sehr einsam klingt, ist in Wirklichkeit eher beeindruckend.

So war es Poppy vor allem ein Anliegen, dass alle Stücke nur mit zwei Händen – also im besten Fall von einer Person – gespielt werden können. Die schlichte Auswahl der Instrumentierung hat noch einen weiteren Vorteil: Wer mit Kammer-Pop bisher nicht viel anfangen konnte, könnte mit Poppy Ackroyd einen Einstieg finden.

In ihren Stücken wie „Murmurations“ liegt eine Leichtigkeit, die von weiteren Instrumenten schnell zerstört werden könnte. Die Künstlerin nutzt auf „Pause“ außerdem eine erweitere Spieltechnik, die unter anderem feste Klopfarten auf die Klavierdämpfer und eine eher sanftere Spielweise der Saiten kombiniert.

Besonders klar werden diese Techniken in der Single „Seedling“. Das Stück ist inspiriert vom Naturerwachen im Frühling und Spaziergängen durch Brightons Queen’s Park. Nach einem sehr ruhigen Start wird es in sich nach und nach kräftiger aufgebaut und steigert sich schwungvoll.

Und diese Stimmung setzt sich in fast allen von Ackroyds neuen Stücken fort. Dass das Klavier als eher melancholisches Instrument gilt, ist in den Solostücken kaum zu hören.

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