Windröschen sind die ersten Blumen, die in Dänemark nach dem Winter wieder sprießen. Im Sinne dieser Symbolik steht „Windflowers“ für Efterklang gleichsam für Hoffnung und Veränderung.

Die Hoffnungen der meisten Fans dürften die Dänen mit ihrem neuen Album erfüllen. Und das haben sie Veränderungen zu verdanken. Man merkt – die Symbolik geht nicht nur im Albumtitel auf.

Manchmal ist der beste Plan, keinen zu haben. Efterklang haben in ihrer Vergangenheit den Weg zu einer neuen Platte oft mit einem großen Konzept begonnen.

Man erinnere sich beispielsweise an die Zusammenarbeit mit dem belgischen Baroqueensemble B.O.X., die in dem sphärischen Album „Altid Sammen“ mündete, auf dem Frontmann Casper Clausen ausschließlich in seiner Muttersprache Dänisch singt und nicht zuletzt deswegen Assoziationen zu Sigur Rós nicht mehr von der Hand zu weisen waren.

Bei „Windflowers“ ist von diesen Parallelen fast nichts mehr übriggeblieben. Efterklang haben alle Konzepte über Bord geworfen und stattdessen auf einer einsamen Insel in Dänemark monatelang einfach nur Musik gemacht. Diese Frische und Sorglosigkeit hört man der Scheibe in jedem Moment an.

Opener „Alien Arms“ beginnt mit einem verheißungsvollen Versprechen: Ein bisschen elektrische Beckenwirbel vermischen sich mit sphärischen Klängen, bis Casper Clausens Stimme so kristallklar und warm einsetzt, dass man gar nicht anders kann, als sich sofort wohlzufühlen. Seiner Forderung „Let me into your heart“ leistet man dementsprechend nur zu gerne Folge.

Was folgt, sind acht weitere Kleinode, mit denen sich Efterklang ihren Platz auf dem Thron des anspruchsvollen Indie-Pops in allen seinen Facetten zurückerobern.

Denn kein Song auf „Windflowers” funktioniert nach Schema F. Man nehme beispielsweise „Hold Me Close When You Can“. Wo andere Bands sich mit einer simplen Klavierballade, die allein in Kombination mit Clausens samtiger Stimme auch schon genug gewesen wäre, zufrieden geben würden, flechten Efterklang perkussive Soundfetzen ein oder schichten Streicher so hoch übereinander, dass bei einem My weniger Feingefühl der Turm vor zu viel Schmalz in sich zusammen laufen würde.

Tut er aber eben nicht. Der Spagat zwischen berührender Melancholie und kitschigem Pathos ist bei weitem nicht das einzige, das Efterklang auf „Windflowers“ gelungen ist.

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