Was ist das eigentlich, das man da hört? Irgendwie loungige Vlog-Musik, zu der Millennials auf YouTube – im Medium ihrer Generation, die irgendwie dazwischen ist – eindrucksvolle Drohnenfahrten und immergleiche Bilder von perfekten Flat Whites gegenschneiden?

Irgendwie aber auch postmodernes Kind von Bon Iver, Cigarettes After Sex und Billie Eilish, das Selbstzweifel in erstaunlich ruhiger und doch intensiver Art in ein Album verpackt. Das Album heißt “I Want The Door To Open”, die Künstlerin Lala Lala.

Lillie West, die schon in ihrer Biographie das ausdrückt, was ihre Musik akustisch darstellt, kommt aus unterschiedlichen Welten. Aufgewachsen in London und Los Angeles musiziert die junge Künstlerin heute aus Chicago und überträgt ihr eigenes kosmopolitisches Naturell auf die Musik.

Schon “The Lamb” vor drei Jahren ließ sich kaum verorten zwischen Grunge, Indie und Lo-Fi. Oft fragte man sich im individuellen Prisma Lala Lalas, ob die Garage oder der bedroom wohl den Produktionsstandort gestellt hätten.

Dabei geht auch auf dem aktuellen Album nicht das verloren, was Lala Lala ausmacht. Trotz ihres individuellen Horizonts und ihrer Erfahrungen, die sicher keine gewöhnlichen sind, ist das, was in ihrer Musik vertont wird, für jeden nachfühlbar.

Sie vereint rau klingenden Indie-Rock mit zahlreichen digitalen Instrumenten, die irgendwo zwischen Jingle und Innovation das ganze Spektrum der Gewöhnung abrufen.

Mal denkt man, das, was auf “I Want The Door To Open” passiert, schon tausendfach gehört zu haben, mal fragt man sich, ob Lala Lala gerade ein ganz neues Instrument erfunden hat, nur um ihren Gefühlen das passende Kostüm zu verpassen. Hinter den atmosphärischen und autobiographischen Klängen von “Bliss Now!” könnte sich sogar ein ganzer Film verstecken.

Und so ist “I Want The Door To Open” schlussendlich viel mehr, als nur das Produkt einer Biographie, einer Generation oder irgendwelcher Einflüsse. Das Album ist ein Solo-Projekt und das Produkt einer Künstlerin, die darin keine Limitationen erkennen lässt.

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