Wer sich in Mumford & Sons, Of Monsters and Men oder die Lumineers reingehört hat, der dürfte sich mit deren Schweizer Pendant, The Gardener & The Tree, schnell anfreunden. Wenn das Quintett aus Schaffhausen seine Gitarren und Melodien rausholt, dann kann sich da schnell so eine wohlige Heimeligkeit breitmachen, die vielleicht daher kommt, dass man sich bei ihren Songs mit nichts Neuem oder Herausforderndem auseinandersetzen muss.

The Gardener & the Tree machen Indie-Folk, wie man ihn schon oft gehört hat, namentlich bei den genannten Vorbildern, und der brav den Genre-Konventionen gehorcht: Handgemachter Folk-Sound ohne elektronische Spielereien.

Zwischen dem Rhythmus hört man gelegentliche Bläsertöne und gut gelauntes Background-Pfeifen („Forest Fire“). Klar, dass es nicht ohne Mundharmonika geht, auch, wenn sie bis „Rebel Of The Night“ fast eine halbe Stunde auf sich warten lässt.

Überrascht wird hier also niemand. Aber das muss nicht unbedingt ein schlechtes Album bedeuten. Der Trumpf der Band – und noch am ehesten ihr Unique Selling Point – ist ihr Frontmann Manuel Felder. Mit seiner angerauten Stimme dominiert er die Songs, schlägt sich in einer opulenten Hymne wie „Grace“ genauso gut wie im leisen, intimen „Overtime“.

Letztere Klavierballade ist gleichzeitig das Albumhighlight, ein wahrlich schimmernder Song, mit dem das Album zum Ende hin langsam verglüht.

Die fünf Musiker aus der Schweiz machen mit „Intervention“ also recht erwartbaren Indie-Folk, der nichtsdestotrotz einige Hinhörer zu bieten hat.

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