Manchmal ist der Weg weniger wichtig als der Rhythmus, in dem man ihn geht. Auf „Throw The Dice“ nehmen Soft Loft genau diesen Gedanken auf und lassen ihre Songs zwischen Leichtigkeit, Ruhe und Bewegung pendeln. Das zweite Album der Schweizer Band klingt dabei nie hektisch, selbst wenn es musikalisch ständig in Bewegung bleibt.
Bereits der zweite Song „Gravity’s Pull“ zeigt, wie Soft Loft mit diesen Gegensätzen spielen. Der Gesang bleibt ruhig und beinahe zurückgelehnt, während das Instrumental deutlich mehr Bewegung mitbringt. Der Beat zieht den Song nicht nach vorne, sondern entwickelt einen eigenen Sog. Es ist ein Rhythmus, dem man folgen kann – zwischen Mitwippen und Zurücklehnen.
Mit dem folgenden „Wednesday“ nimmt das Album anschließend etwas mehr Fahrt auf. Der dritte Track schlägt eine poppigere Richtung ein und wirkt durch seinen leichteren Flow unmittelbarer. Trotzdem verliert Soft Loft dabei nicht den atmosphärischen Grundton der Platte. Die Band verändert eher die Geschwindigkeit als die Richtung.
Noch stärker zurücklehnen lässt es sich bei „What Are The Odds“. Der Song gehört zu den ruhigeren Momenten der Platte und entwickelt seinen Charakter weniger durch große musikalische Gesten als durch eine entspannte Grundhaltung. Der Track drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt sich Zeit – und genau dadurch fügt er sich stimmig in das Album ein.
Überhaupt ist Rhythmus eines der verbindenden Elemente von „Throw The Dice“. Die Songs unterscheiden sich in Energie und Stimmung, doch immer wieder findet sich ein Groove, dem man folgen kann. Mal tritt er deutlich in den Vordergrund, mal läuft er nur unterschwellig mit. Dadurch entsteht eine Leichtigkeit, die selbst in den ruhigeren Passagen erhalten bleibt.
Die Dynamik entsteht dabei weniger durch große Brüche als durch kleine Verschiebungen. Ein bisschen mehr Pop hier, ein zurückgenommener Moment dort, dazwischen immer wieder dieser leichte rhythmische Faden. Soft Loft lassen ihre Songs atmen, ohne dass sie dabei ihren gemeinsamen Takt verlieren.
„Throw The Dice“ ist deshalb keine Platte der großen Ausschläge, sondern eines der feinen Bewegungen. Es muss nicht ständig irgendwo ankommen. Stattdessen bleibt es in Bewegung – mal mit leichtem Fuß, mal etwas unter dem Radar, aber immer getragen von einem Rhythmus, der die neun Songs miteinander verbindet.
Und genau darin liegt seine Stärke: Soft Loft versuchen nicht, jeden Moment größer zu machen, als er ist. Sie lassen ihren Songs Raum, sich zu entwickeln, und finden dabei einen eigenen Flow, der sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.
