Es wäre zu kurz gegriffen, Milan Ring nur als Sängerin zu bezeichnen. Die Australierin spielt auch Gitarre, produziert und mixt selbst. Auch, wenn sich auf ihrem Debütalbum die Gaststars die Klinke in die Hand geben: „I’m Feeling Hopeful“ ist ihr Soloprojekt.

Genauso wäre es verkürzt, Milan Ring als einfach die nächste R&B-Künstlerin abzutun. Ihr Erstlingswerk ist R&B und Soul, Rap und Hip-Hop und in den guten Moment alles auf einmal.

Ein Beispiel: Die Single „Sydney Hue“, eine Zusammenarbeit mit dem australischen Hip-Hopper BLESSED, die den R&B mit Rap-Strophen kombiniert. Die Gastauftritte, und es gibt einige mehr in den anderen Songs, tun dem Album gut.

Brummende Bässe und schwere Beats prägen die Songs. Elektronische Samples machen die Songs dicht, ohne sie zu überladen. Und immer wieder schichtet Milan Ring ihre Stimme zu ihrem eigenen Backgroundchor – man hört der Produktion an, dass sie auch an den Reglern ihre Kunst versteht.

Nur hier und da nimmt Milan Ring die Akustikgitarre in die Hand: etwa in „Keep Me Safe“ oder „Hands Are Tied“, dem letzten Track. Wenn hier ihre Soulstimme auf leise Bluesballaden trifft, meint man, sich auf einer Platte von Alicia Keys wiederzufinden. Bevor „Hands Are Tied“ dann in einen Tame-Impala-mäßig fast psychedelischen Loop übergeht.

Milan Rings Erstlingswerk speist sich aus vielen Quellen, aber es wirkt wie aus einem Guss. Und es macht gespannt, was es von der Australierin noch zu hören geben wird.

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