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Blaudzun – Lonely City Exit Wounds

Blaudzun will mit seinem neuen Album erklärtermaßen eins: trösten. „The songs on this album appear to be cheerful, but in truth, they are terrifying to the core.” Nur wenn man genau hinhöre, werde man dies entdecken, sagt er. „It is my hope that when people do, they’ll find comfort.”

Geschrieben wurden die Songs in einer Zeit der “ohrenbetäubenden Stille“. Es ist das erste Album für Blaudzun seit der Pandemie, und für einen Musiker mit diesem Output – nun das achte Album seit 2008 – war das doch eine recht lange Pause.

Nun wäre Blaudzun nicht Blaudzun, würde er aus dem Schrecken der Welt nicht doch ein eingängig-poppiges Indie-Album machen können. In seiner Heimat, den Niederlanden, steht sein Name schließlich für eins: die Spitze der Charts.

Die Songs, die so fröhlich klingen, gibt es also auch auf Album Nummer acht. Es sind nach vorne gehende und gitarrengetriebene Indie-Hits wie die schon ausgekoppelten Songs „Closer“ oder „Real Hero“. Sie sind die eine Seite dieses Albums.

Die andere Seite sind die leisen und doch dichten, spannungsgeladenen Singer/Songwriter-Balladen. Meist mit kaum mehr als seinem Gesang, vielleicht mit einer Gitarre oder einzelnen Piano-Anschlägen. Und, ja, sie sind alles andere als fröhlich, sie zeugen von Versagensängsten („Dontfuckitup“), Verlorenheit („Save Me“) und dem Gefühl, etwas nicht zu erreichen („Running To Meet the Sundown“).

Dass diese Stimmung nicht so recht überspringen will, mag daran liegen, dass das Album so konstruiert ist wie die Achterbahn auf dem Cover (die „begehbare Achterbahn“ aus Duisburg): auf das eine Tief folgt direkt das nächste Hoch. Recht knappe 12 Songs drängen sich auf dem Album, dabei hätte es dem ein oder anderen durchaus gut getan, sich länger zu entwickeln.

Andererseits verhindert das auch, dass das „Trost-Album“ doch zu „terrifying“ wird und mit überbordender Gefühligkeit erdrückt. Das tut es nicht. Die Songs des niederländischen Erfolgsmusikers sind nur so weit „fürchterlich“, solange sie damit noch gut im Radio laufen können.

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