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St. Paul And The Broken Bones – The Alien Coast

St. Paul & The Broken Bones reisen mit ihrem vierten Studio-Album durch eine verträumte und power-geladene Welt bis hin zu “Alien Coast”. Die Band selbst beschreibt die 11 Tracks ihres neuen Albums als Fiebertraum in Form von Schall.

Dieser Fiebertraum wird mit “300AD Mass” durch rockige Vibes eröffnet, die von Orgeln und gebetsähnlichen Lyrics begleitet werden. “Lord, can you hear me up there in the sky? The fire, the brimstone”, heißt es im Opener, der nahtlos in den groovigen Sound von “Bermejo And The Devil” übergeht.

Auch auf instrumentaler Ebene beweisen die Künstler ihre Weiterentwicklung. Mit “Atlas” haben sie ein modern bis futuristisches, reines Instrumental geschaffen, das durch seine rockigen Drum- und Bass-Beats zum Tanzen einlädt und gleichzeitig mit ruhigen Akustik-Parts gespickt ist.

Die verträumte Atmosphäre, die das neuste Werk von St. Paul & The Broken Bones ausstrahlt, wird durch Tracks wie “Ghost In Smoke”, “Popcorn Ceiling”, “Tin Man Love” und “Love Letter From A Red Roof Inn” geschaffen. Zwischen Lo-Fi-Beats, melancholischen Lyrics und ruhigen Gitarren Riffs verschwimmt das Album durch diese Tracks immer wieder zu utopisch anmutenden Parallelwelten des klassischen Neo-Souls.

Songs wie “Hunter And His Hounds” und “The Last Dance” durchbrechen die romantischen Träumereien mit ihren groovigen Beats und teilweise drückenden E-Gitarren-Sounds wieder. Auf textlicher Ebene wird die Melancholie zwar meist aufrecht erhalten, jedoch zieht Sänger Paul Janeway die Zuhörerschaft mit den Lyrics meilenweit von einem “Popcorn Ceiling” weg.

So brettert er uns zum Beispiel in “The Last Dance” mit einem kraftvoll-elektronischen “Bang bang/Goes the bullet like a train/Bang bang/Goes the feeling through my brain” entgegen.

Durch “Minotaur” wird den Zuhörer*innen ein imaginärer Alptraum geschaffen: “Blood is splattered on the back of the door/ Wish you never found me kissing the floor/ Minotaur baby, destruction in its wake/ Minotaur baby, I don’t want to stay”. Hier schafft es die Band durch mythologische Motive und Loop-Sounds eine weitere Komponente einzubringen, die uns während ihrem musikalisch-experimentellen Fiebertraum begleitet.

“Alien Coast”, der Namensgeber des neuen Albums, fasst seine Eigenschaften gut zusammen. Experimentell und eher ruhig in den Anfängen und Strophen, gipfelt das Lied in power- und emotionsgeladenen Lyrics und rockigen Parts. Als Unterstützung hat Hip-Hop Künstler Randall Turner bei den Beats und dem Sampeln des Songs mitgewirkt.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die achtköpfige Combo aus Birmingham, Alabama auf ihrem neuen Studio-Album eine wilde und durchaus innovative Seite zeigt. Wer sich darauf einlassen kann, erlebt hier akustisch wie textlich eine schwindelerregende und aufregende Reise durch emotionale Höhen und Tiefen.

Um die gesamte Komplexität und Kreativität des neuen Werkes zu erfassen und zu verstehen, reicht das einmalige Hören allerdings nicht aus.

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