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Dead Star Talk – Too Many Too Much

Das Debütalbum ist für viele Künstler eine heikle Angelegenheit. Es ist die erste große Produktion, viele Ideen schwirren im Kopf umher und man weiß nie, wie es am Ende bei den Musikliebhaber*innen ankommt. Auch Dead Star Talk haben sich der Herausforderung gestellt und bringen mit “Too Many Too Much” ihr erstes Baby auf den Markt.

Christian Buhl, Günes Kocak, Erik Jensen und Claus Nielsen kennen sich schon lange und genau diese Vertrautheit hört man auch auf ihrem Debüt.

“Soul On The Wire” macht mit surrenden Verstärkern den Anfang. Ein gutes Beispiel für Brit-Pop, das in starken Zügen sogar an die ersten Platten von Oasis erinnert. Wie einst auch sie konzentrieren sich Dead Star Talk auf Musik, die man gut mitsingen kann. Allein der Refrain zu “Soul On The Wire” ist textlich und melodisch so einprägsam, dass man sich schnell beim Mitsummen ertappt. Einfach, aber prägnant!

Der zweite Track ist der titelgebende Song “Too Many Too Much”. Wie auch beim Opener ist der Refrain energisch, kraftvoll und wird stetig von der Gitarren melodisch begleitet.

Auch “Love Leash” bleibt diesem Stil treu und lässt Dead Star Talk ein bisschen an die schwedische Musik der frühen 2000er erinnern, als Mando Diao, Sugerplum Fairy und Co. wie eine Welle über Europa schwappten.

Produziert wurde “Too Many Too Much” in Kopenhagen von Flemming Rasmussen, der die ersten drei Metallica-Alben produzierte und für den Metallica-Song “One” sogar einen Grammy bekam. Dass Rasmussen ein Meister seines Fachs ist, beweist der Track “Giant Child”. Das satte Schlagzeug, der dröhnende Bass und die knackigen Gitarren – der Song ist produktionstechnisch ein Genuss.

Musikalisch ist jeder einzelne Song des Albums gut, doch spätestens beim vierten merkt man, dass alles relativ ähnlich klingt. Die Krux: als Single würden die ersten vier Lieder definitiv glänzen, aber zusammenhängend verschwimmen sie zu einem Brei aus gleichen Melodien und Rhythmen.

Doch es gibt auch Songs wie “Wonders vs. Marathons” und “It’s You, Euphoria”, die aus dem Schema ausbrechen. Beide Songs sind schöne Balladen, die ordentlich mit Gitarren-Soli bestückt sind. Hier erkennt man die Klasse von Günes Kocak, der aus seiner Gitarre fast jeden möglichen Ton herausholt und dabei mit ihr die dritte Gesangsstimme übernimmt.

Auch “Top Of Our Lungs” sticht aus der Tracklist heraus. Er ist härter, prägnanter und schlagkräftiger als die anderen Songs und versprüht einen Hauch von aggressivem Rock bzw. Metal.

“My Amore” zeigt sich wiederum eher von der Indie-Rock-Seite. Der zweistimmige Gesang, der stark an System Of A Down erinnert, wirkt in Kombination mit der Musik ausgereift und harmonisch.

Mit “Golden Boxes” schüttlen Dead Star Talk noch einmal eine Ballade aus dem Ärmel. Gesang und Gitarre wirken perfekt aufeinander abgestimmt und entfalten eine tolle Atmosphäre. Erst beim Gitarrensolo steigt Schlagzeuger Nielsen mit ein und entfacht ein Balladen-Feuer, wie es Guns n’ Roses vor vielen Jahren nicht hätten besser machen können.

Den Abschluss macht das fröhliche “Don’t Wait (While You’re Still Young)”. Wer Indie- und Brit-Rock mag, wird diesen Song definitiv mögen, denn er erinnert an feuchtfröhliche Konzerte, auf denen man lauthals die Songs mitsingt, sich in den Armen liegt und den Abend feuchtfröhlich zu Ende gehen lässt.

“Too Many Too Much” hat definitiv seine Höhen, aber leider auch ein paar Schwächen. Nichtsdestotrotz ist es ein solides Album, das sich sehen lassen kann.

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