Mit „Qualifying Miles“ gibt es neue Forschungsergebnisse von We Are Scientists.

Mit  „A Prelude To What“ steigen die Wissenschaftler relativ verhalten ein, wobei sich das „…to what“ im Studiolabor während der Produktion von „Qualifying Miles“ laut der Protagonisten als „Wehmut gegenüber der Vergangenheit, eine Art melancholische Nostalgie und solche Dinge.“ herauskristallisierte, inklusive einer „Band-in-einem-Raum“-Ästhetik“.

Was auch immer darunter zu verstehen ist: im Opener treffen griffige Gitarren auf einen emotionalen Gesang, eine Kombination, der – wüsste man nicht um den Hang zu Ironie der beiden Musiker – während ihrer fünfeinhalbminütigen Spieldauer eine Nähe zur Power-Ballade unterstellt werden könnte.

Die „I Could Do Much Worse“ – Androhung einer Vorveröffentlichung der fast genau zum 20. Jubiläum ihres Debütalbums „With Love And Squalor“ erscheinenden neunten Studioausgabe ist nichts, womit Keith Murray und Chris Chain dato ernsthaft liebäugeln.

Früh wird per „Starry Eyed“ für klare Verhältnisse gesorgt, lassen die New Yorker dem energetischen Willen zur großen Indie-Rock-Nummer mit Hang zum Earcatcher freien Lauf.

Dass „Dead Letters“ im Anschluss mit Folk-Grundierung und Handclaps eine völlig andere Sprache spricht, ist charakteristisch für den künstlerischen Werdegang von We Are Scientists:

Musikalische Unberechenbarkeit, die vom dem gewaltigen „Brain Thrust Mastery“ bis zuletzt zu „Huffy“ und „Lobes“ in einer tanzbaren Melange aus schneidenden Hooks und Pop-Appeal aufgeht.

Die Choreografie von „The Big One“ erinnert ein bisschen an Weezer-Aufnahmen aus den 90ern und fügt sich damit in die Klang-Färbung der Platte, die im Genre-Design dieser Dekade glänzt.

Der treibende Bass von „Please Don’t Say It“ passt ebenso in diesen Kontext, wie der Soloritt auf den Saiten und der hymnische Refrain von „The Same Mistake“ dort verortet sind.

Mit „Qualifying Miles“ bleiben We Are Scientists eine verlässliche Größe, und wenn „A Lesson I Never Learned“ am Ende diejenigen Lektionen meint, die Gesetzmäßigkeiten des Business lehren, hat das Duo die richtige Veranstaltung geschwänzt, ist der Titel vom Brett „What You Want Is Gone“ nicht für jene bindend, die mit dieser organischen Musik die Kraft der Erinnerung aktivieren.

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Album

Oehl – Dunkle Magie

Album

Oehl – Lieben Wir

Album

Holger Czukay – Gvoon-Brennung 1

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Werde MusikBlog-Fan-Mitglied und du kannst Alben als Favorit markieren und deine eigenen Jahres-Charts erstellen.

Erlaube Benachrichtigungen OK Nein, danke