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Es passiert einfach – King Hannah im Interview

Mit ihrer im September 2020 veröffentlichten Debüt-Single “Crème Brûlée” musizieren sich Craig Whittle und Hannah Merrick alias King Hannah in die Herzen von vielen Dream-Pop-Freunden auf der ganzen Welt. 17 Monate später erscheint nun endlich das Debütalbum “I’m Not Sorry, I Was Just Being Me” des Pop-Duos aus Liverpool. Wir trafen Craig Whittle und Hannah Merrick zum Interview und sprachen über Bruce Springsteen, die Beatles und perfekte Aufgabenverteilung.

MusikBlog: Ihr werdet gerne dem Dream-Pop-Genre zugeordnet. Ich höre auf eurem Debütalbum aber auch ein bisschen Blues und eine Prise Noise-Pop raus. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Was passiert, wenn ihr beide gemeinsam musiziert?

Hannah Merrick: Ich denke, dass wir uns darüber gar nicht so viele Gedanken machen. Wenn wir zusammen Songs schreiben, dann entsteht immer alles auf eine sehr natürliche Art und Weise. Es ist nie so, dass wir zusammensitzen und Klangbilder für unsere Songs vorab konzipieren. Es passiert einfach.

Craig Whittle: Es gibt vielleicht nur zwei Dinge, die uns im Vorfeld schon wichtig waren. Wir beide stehen total auf atmosphärische Sounds. Ich mag es zudem, wenn die Songs hin und wieder einen noisigen Anstrich bekommen. So entwickelt sich in mir ein sehr klares Live-Bild. Das ist irgendwie schwer zu erklären. Außerdem lassen wir uns natürlich auch von anderer Musik beeinflussen und inspirieren. Am Ende ist es ein Zusammenspiel von verschiedenen Einflüssen.

MusikBlog: Welche Band oder Künstler spielen bei euch in punkto Inspiration denn eine besonders große Rolle?

Hannah Merrick: Oh, da gibt es so viele verschiedene Einflüsse.

Craig Whittle: Ich kann mich da auch auf keine speziellen Bands festlegen. Ich weiß nur, dass Musik stets um uns herum ist. Das hört auch nie auf. Egal ob wir uns vor, während oder nach dem Schreiben von Songs befinden: Musik ist irgendwie immer allgegenwärtig.

MusikBlog: Ich habe letztens eure Version des Springsteen-Songs “State Trooper” gehört. Zählt der Boss zu euren musikalischen Einflüssen?

Craig Whittle: Ich mag Bruce Springsteen. Und ja, er inspiriert mich auch. Wahrscheinlich aber als Person noch mehr, als er es musikalisch tut.

MusikBlog: Eure Musik hat einen unglaublich tiefgründigen Ansatz. Wie sieht es inhaltlich aus? Welchen Themen sind euch wichtig?

Hannah Merrick: In erster Linie geht es um persönliche Geschichten. Wir singen über das Leben, die Familie und…

Craig Whittle: …Erinnerungen. (lacht)

Hannah Merrick: Ja, genau. Im Titeltrack geht es um Dinge, für die wir zwei uns nicht entschuldigen wollen. “Big Big Baby” beispielsweise ist ein Rache-Song, den man aber nicht zu ernst nehmen sollte. Es gibt viele Themen, viele zwischenmenschliche Geschichten und am Ende geht es um uns als Duo. Da feiern wir uns und sind glücklich darüber, dass wir uns haben.

MusikBlog: Ihr stammt ja aus Liverpool. Die Stadt hat in der Vergangenheit schon Unmengen an große Künstler und Bands hervorgebracht. Wieviel Liverpool steckt in King Hannah?

Hannah Merrick: Nicht allzu viel, würde ich sagen.

Craig Whittle: Wir fühlen uns nicht wirklich wie eine klassische Liverpool-Bands. Ich meine, früher stand die Stadt für viel inspirierende Musik. Ich finde, das ist aber auch schon ziemlich lange her.

MusikBlog: Ihr habt daheim also keinen Beatles-Altar irgendwo zu stehen?

Craig Whittle: (lacht) Nein, nicht wirklich. Wir orientieren uns eher an amerikanischer Musik. Aber die Beatles waren schon auch Thema in meinem Leben. Jeder liebt doch die Beatles. Ich bin auch mit ihren Songs aufgewachsen. Einige Songs habe ich früher auch mal auf der Gitarre gelernt. So fängt man doch meistens an, oder? (lacht)

MusikBlog: Wenn ihr den Produktionsprozess eines Albums Revue passieren lasst, ist das Schreiben von eigenen Songs der Gipfel des großen Ganzen?

Craig Whittle: Absolut.

Hannah Merrick: Der Moment, wenn man auf der Bühne einen ganz besonderen Vibe zwischen Musik und Publikum einfängt, ist großartig. Aber wenn ein Song aus dem Nichts entsteht, dann ist das bezüglich der Emotionen schon noch eine Stufe höher.

MusikBlog: Fängt man besagten Live-Moment eher auf einer Festival- oder auf einer Club-Bühne ein?

Craig Whittle: Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben letztes Jahr auf einem einzigen Festival gespielt. Das war ziemlich cool. Aber es ist natürlich anders, wenn man in einem kleinen Club spielt, wo die Leute nur ein paar Meter von der Bühne entfernt stehen. Wenn ich wählen könnte, würde ich wohl nur in kleinen, aber rappelvollen Clubs spielen. Aber wie gesagt, es gibt auch coole Festivals.

MusikBlog: Live seid ihr mit einer kompletten Band unterwegs. Ihr werdet auch im Studio von diesen Musikern unterstützt. So richtig im Fokus steht aber eigentlich nur ihr zwei. Warum ist das so?

Hannah Merrick: Das hat sich einfach so entwickelt. Craig und ich, wir schreiben nun mal alle Songs. Die anderen Jungs holen wir dann dazu, wenn es um die Aufnahmen oder Konzerte geht. Das funktioniert auch super so. Wir zwei leben das Projekt von morgens bis abends. Der Rest der Band ist nebenbei noch viel mit anderen Dingen und Projekten beschäftigt. Das ist aber völlig ok so. Wir fühlen uns alle so am wohlsten.

MusikBlog: Fällt es euch leicht, während der Zusammenkünfte auch mal loszulassen und mit Ideen von anderen zu arbeiten?

Hannah Merrick: Da haben wir keine Probleme mit, ganz im Gegenteil. Wir zwei sind ja keine furchtbaren Menschen. (lacht) Jede neue Idee ist willkommen. Glücklicherweise ticken wir, was die Musikgeschmäcker betrifft, alle ziemlich ähnlich. Das macht das Arbeiten sehr entspannt und einfach.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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