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Bilderbuch – Gelb ist das Feld

Gelb mag vielleicht das Feld sein, doch was Bilderbuch hier mit ihrer neuen Platte abliefern, ist vielmehr ein bunt gemischtes Potpourri aus akustischen Gitarren-Melodien, poppigen und rockigen Indie-Beats und der gewohnten Leichtigkeit, die die Band inmitten von gesellschaftskritischen Texten doch immer zu vermitteln weiß.

“For Rent” kommt mit ironischen Texten über die Schnelllebigkeit und das Wegwerfverhalten der Gesellschaft daher. Wer repariert denn heute noch was? Da ist ausleihen oder neu kaufen doch die viel einfachere Option: “Alles ist hier nur for Rent/ Keiner will ein Open End/ Ich bin so flexibel, ich umarme die Welt/ Packe meine Sachen.”

Und irgendwie geht es bei Bilderbuch zwischen Gesellschaftskritik auch immer um das eine: Die Facetten der Liebe. Doch selten wurde so exzessiv geliebt wie auf der neuen Platte.

“Nahuel Huapi” beschreibt mit einem bitter-süßen Beigeschmack von “toxic relationships”, dass es letztlich die Liebe ist, die zwischen all den neumodischen Erscheinungen der heutigen Welt wirklich zählt. Man braucht eben am Ende nicht viel, um wirklich glücklich zu sein: “Sterne über uns machen uns so happy/ Nur du und ich und der Rest der Welt.”

Der große Hit, den Bilderbuch zuvor mit Songs wie “Bungalow” oder “Frisbee” immer noch mit auf ein Album gepackt haben, fehlt dieses Mal. “Schwarzes Karma” kommt da vielleicht noch irgendwie ran, aber doch nicht so ganz. Die Kunst des Zuhörens liegt bei “Gelb ist das Feld” eher auf dem Gesamtwerk als auf einzelnen Tracks.

Wer die schnellen und extrovertierten Ausbrüche von “Maschin” oder seinen ganz persönlichen “Schick Schock” sucht, der wird diese auf “Gelb ist das Feld” nicht finden. Vielmehr geben Bilderbuch ihren Zuhörer*innen diesmal eine warme und liebevolle Umarmung, die in den aktuellen Zeiten auch wirklich wohltuend ist.

“Diese Welt is in a change” heißt es in gewohnter Deutsch-Englisch-Manier in “I’m Not Gonna Lie”- und anscheinend haben auch Bilderbuch mit ihrer neuen Platte auf ein bisschen Veränderung gesetzt. Diese muss jedoch keinesfalls schlecht sein, wie das Wiener Quartett um Sänger Maurice Ernst mit den 14 neuen Songs unter Beweis stellt.

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