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MØ – Live im Melkweg, Amsterdam

2019 war das letzte Mal auf Tour. Für ein Energiebündel wie sie, war das vor einer langen – zu langen – Zeit und sie ist daher sehr froh, dass sie nun wieder live spielen kann, wie sie beim gestrigen Konzert im Amsterdamer Melkweg mehrfach betonte.

Nachdem Support Laurel das Publikum warm gespielt hat, beginnt der Hauptact mit “Youth Is Lost” auch so energiegeladen, als würde die lang angestaute Spielfreude auf MØ förmlich rausbrechen. Und diese Energie bleibt den Rest der Show auf diesem hohen Niveau.

Auch dem Publikum geht es nicht viel anders, von Anfang an, herrscht große Bewegung im Saal, das von synchronem Arme-Hochreißen und nicht ganz so synchronem Hüpfen im Epizentrum hin zu Tanzen und bejubelndem Headbanging am Rand des Saals reicht.

Das liegt nicht zuletzt an der Setlist, welche die tanzbareren Songs und Hits wie “Lean On” bereithält. MØ selbst trägt auch selbst zur euphorischen Stimmung bei, ihre schlangentänzerischen Bewegungen werden eindringlich und nah am Publikum ausgeführt, so dass man Angst hat, sie würde das Gleichgewicht verlieren und in die Massen stürzen. Das tut sie dann auch etwas später wirklich, allerdings mit Absicht.

Nachdem sie sich eine Weile zum Potenzialausgleich unter den Fans aufhält, läuft sie in Elektronengeschwindigkeit zum Ende der Halle die Treppe zur Empore herauf, während ihr Playback-Gesang weiter läuft. Oben performt sie dann einige Minuten weiter, bevor sie sich wieder auf den Weg zurück zur Bühne macht.

Zwischendrin erwähnt MØ, dass ihr nahezu jedes Mal live gespielter Track “True Romance” demnächst auch als Single veröffentlicht wird und, dass sie sich freut, auch ihre neuen Songs vom im Januar erschienenen Album “Motordrome” live zu spielen. Allerdings fällt deren Dynamiklevel im Vergleich doch etwas ab.

Von dieser kleinen Verschnaufpause abgesehen, bleibt die energetische Konzentration jedoch bis zum Ende hoch und die 15 Tracks des Hauptteils vergehen wie im Zentrifugentraining.

Beim letzten Song “Live To Survive”, der für viele wohl exemplarisch für die letzten Pandemiejahre stehen dürfte, springt MØ nochmal ins Publikum, lässt sich diesmal jedoch von einer glücklichen Crowdsurfwelle quer durch den Melkweg tragen.

Ein kalorienzehrendes Konzert, das nicht nur alle Zuschauer*innen glücklich machte, sondern wohl auch MØ selbst.

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