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Jack White – Live im Haus Auensee, Leipzig

Offiziell besitzt Jack White wohl kein Mobiltelefon, dass Smartphones aus seinen Shows verbannt sind, damit nichts die Wirkung der Musik verwässert, ist bekannt, diskussionslos werden daher die Geräte von charmanten Hostessen am Eingang in Sicherheitsbeutel befördert.

Bevor der Guitar-Hero am gestrigen Samstagabend selbst zur Tat schritt, unterhielten die belgische Post-Punker Sons mit knalligem Nummern übersichtlicher Bandbreite das üppig gefüllte Haus Auensee und sorgten für erste Sanitätereinsätze im Saal.

Als der Blauhaarige mit seinen Kollegen die Bühne betritt und zum Auftakt „Taking Me Back“ aus den Saiten schüttelt, ist unschwer zu antizipieren, dass die kommenden 90 Minuten nicht nur ein grandioses Konzert, sondern auch ein Premium-Tutorial für Rock-Gitarristen abgeben werden.

Auf der „The Supply Chain Issues“-Tour wird Jack White zwischen den Veröffentlichung von „Fear Of The Dawn“ und „Entering Heaven Alive“ einen repräsentativen Querschnitt aus dem eigenen Backkatalog spielen, in dem neben dem Solofundus natürlich auch Material der Band auf der Setlist steht, mit der er und seine Ex-Frau Meg White um die Jahrtausendwende Blaupause für dutzende Alternative-Duos wurden.

Als der The-White-Stripes-Erbverwalter nach dem Titeltrack vom aktuellen Album das erste Stück seiner Ex-Combo anspielt, kennt die ohnehin euphorische Stimmung kaum Grenzen, „Black Math“, „Apple Blossom“, „Ball And Biscuit“ oder das angerissenen Italo-Western-Hook von “I Think I Smell A Rat” werden zu Highlights eines sich ohnehin auf hohem Niveau befindlichen Gigs.

Der Third-Man-Records-Betreiber und seine drei formidablen Begleiter, der darunter befindliche Drummer ist mit einer Energie am Werk, mit der eine E-Auto-Ladesäule betrieben werden könnte, spielen voller Obsession.

White wirkt an seinen Instrumenten, die gern auch während der Stücke gewechselt werden, passagenweise selbstvergessen, holt – mehr mit Gesten denn mit Worten – immer wieder nicht nur die pogo-affinen Fans in den vorderen Reihen ab.

Ob das zackige „Hi-De-Ho“ oder der The-Dead-Weather-Hammer „I Cut Like A Buffalo“ – viel Zeit zum Durchatmen gönnt er niemandem. „Wer`re Going To Be Friends“ gehört noch zu den ruhigeren Beiträgen bei seinem Leipzig-Stop.

Als Zugabe läuft neben dem The-Raconteurs-Hit „Steady, As She Goes“ und „The Hardest Button To Button“ von den White Stripes schließlich der Referenzsong, mit dem sich Jack White in den Sportstadien der Welt und darüber hinaus verewigte:

Mit „Seven Nation Army“ im Ohr in die Nacht entlassen, bleibt festhalten, dass der fulminante Auftritts nichts vermissen ließ, schon gar kein Handy.

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