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The Mars Volta – The Mars Volta

Ein neues The-Mars-Volta-Album stand bisher verlässlich dafür, dass darauf Grenzen der Stil-Fusion ausgereizt wurden und mit den wechselnden musikalischen Konzeption ein kreativer Abnutzungsprozess ausblieb.

Dies verhinderte nicht, dass Omar Rodríguez-López und Cedric Bixler-Zavala nach der sechsten Ausgabe „Noctourniquet“ dieses Projekt begruben, sich in der Folge bei Antemasque wiederfanden, At The Drive-In wieder auf der Bildfläche erschien und damit der Reunion von The Mars Volta Vorschub geleistet wurde.

Beim Personal findet sich dato mit Eva Gardner (deren Know-how zwischenzeitlich u.a. von Pink und Moby gefragt war) die Bassistin der frühen Bandstunden zurück an Bord, dazu neu im Team der Jazz-Schlagwerker Willy Rodriguez Quiñones und mit Marcel Rodríguez-López der kleine Bruder des Bandleaders an den Tasten.

Vor 21 Jahren mit dem Willen gestartet, aus dem At The Drive-In-Nachlass neue musikalische Ausdrucksformen jenseits des Post-Punk zu schaffen, entwarf das federführerende Duo Prog-Rock-Brocken, die von Jazz, Metal und lateinamerikanischen Einflüssen gespeist waren, wuchtige Klangkonstruktionen, die im Jahr 2022 einem neuen, poppigen Ansatz gewichen sind.

Wobei ihre Idee von Pop, die bereits seit 2008 in den Köpfen der Protagonisten schlummerte, diversen Interpretationen unterliegt, in 14 Kreationen mit filigran austarierten Arrangements voller Effekten und Rhythmuswechsel relativ eingängig ausfällt und ohne Überlänge auskommt.

„Blacklight Shine“ gleitet durch harmonische Kaskaden, wirft der Gesang des unterschwellig-gefährlichen „Graveyard Love“ einen warmen Anker in das Synthie-Meer und tanzt „Qué Dios Te Maldiga Mí Corazón“ ein wenig Salsa, mit dem bereits auf „De-loused In The Comatorium“ geflirtet wurde.

„Cerulea“ ist voller melancholischer Zwischentöne, auch das sensible „Palm Full Of Crux“, ein Nachruf auf ihren verstorbenen Mitstreiter Jeremy Michael Ward, ist von gedämpfter Stimmung geprägt, bevor die Platte im letzten Drittel noch einmal Fahrt aufnimmt.

„No Case Gain“ zerrt an den Ketten des Indie-Rock, fesselt das dunkle „Equus 3“ mit seiner Dynamik und schüttelt „The Requisition“ schüttelt das in den letzten gut 40 Minuten Gehörte noch einmal kräftig durch.

Mit einer signifikanten Kursänderung gelingt The Mars Volta ein Neustart, der nicht nur Insider überzeugen dürfte.

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