Seit der Veröffentlichung des gefeierten, selbstbetitelten Debütalbums im Jahr 2014 steht der Name Lambert für qualitativ hochwertige Soundkost aus dem Bereich Neo-Klassik. Der gebürtige Hamburger mit Wohnsitz in Berlin-Neukölln trägt auch 12 Jahre später noch seine markante Gesichtsmaske, auch wenn diese auf dem Cover seines neuen Albums „I Am Not Lambert“ nur noch verschwommen zu erkennen ist.
Im Frühjahr 2026 ist die Zeit reif für Veränderungen. Getreu dem plakativen Albumtitel öffnet Lambert neue Türen. Altbewährtes vermischt sich mit spannenden Neuerungen. Dem klassischen Fundament wird immer mehr Pop beigemengt. Zugänglichkeit wird immer größer geschrieben.
Am Puls der Zeit tänzelnd, macht sich Lambert im eröffnenden Titel „Spirit“ den Vocodereffekt und die Akustikgitarre zu Nutze. Vereint mit trippelnden Pianothemen entpuppt sich etwas Neues.
Lambert breitet die Arme aus und begrüßt die australische Singer/Songwriterin Kat Frankie („So Unkind“). Das Ergebnis: melancholischer Piano-Pop mit eindringlichen Melodien.
Es ist nicht die einzige Kollaboration. Im Anschluss stößt die Cellistin und Sängerin Marie-Claire Schlameus dazu („All At Once“). Es folgen noch die Herren Dekker, Kenny Warren, Goodwin und Ralph Heidel. Letztgenannter hat tiefenspannten Jazz mit im Gepäck („The Garage“), der sich auch auf anderen Stücken des Albums immer wieder akzentuiert in den Vordergrund drängt.
Mit seinem neunten Studioalbum schiebt Lambert sich und sein Schaffen im gemächlichen Tempo auf eine neue Ebene. Der Einfluss von außen ist hörbar größer. Neben der klassischen Lambert-Note, darf sich der Fan nun auch über nachhaltige Zusammenarbeiten freuen, die Lust auf mehr machen.
Am Ende steht das Suchen und Finden von großartigen und süchtig machenden Melodien im Vordergrund („It Will Happen Either Way“). Leicht schunkelnd winkt der Maestro zum Abschied und lässt noch einmal die Gitarre und das Klavier groß auftrumpfen.
„I Am Not Lambert“? Das ist definitiv Lambert – und zwar in Bestform.
