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A.A. Williams – As The Moon Rests

Muss man sich Sorgen um A.A. Williams machen? Das größte Leitmotiv in der Diskografie der Britin ist seit jeher die tief verwurzelte Emotionalität, die dazu in der Lage ist, die Welt in Windeseile in einen pechschwarzen, tieftraurigen Schleier zu hüllen.

Das Debütalbum “Forever Blue” von 2020 stellte den ersten großen Aufprall mitten in die Melancholie dar und etablierte das Konstrukt aus okkultem Post-Rock, düsterem Folk und Versatzstücken aus der Klassik.

So komplex die klassisch ausgebildete Multiinstrumentalistin ihre Songs auch klanglich aufschichtet und erarbeitet, so einfach treffen sie am Ende doch ins Herz und fühlen sich wie eine Winternacht fernab von jeglicher Wärme an.

2021 erforschte Williams das Konzept der Simplizität weiter mit dem Coveralbum “Songs From Isolation“, auf dem sie während des Corona-Lockdowns in ihrer Wohnung Alternative-Klassiker von Radiohead, The Cure oder den Pixies nur mit ihrer Stimme und Klavier oder Gitarre in entschleunigte Gänsehaut-Momente verwandelte.

Die Fulminanz kehrt mit “As The Moon Rests” wieder in den Kosmos der Cellistin zurück: Zu Beginn begrüßt der Opener “Hollow Heart” mit tonnenschwer kriechenden Gitarren und einer schaurig klagenden Stimme.

Auch der folgende Track “Evaporate” ist getragen von harten Gitarren und einem gedrosseltem Tempo, das jegliche Glücksgefühle schleunigst verschwinden lässt. Die musikalische Härte ist zwar kein absolutes Novum für A.A. Williams, allerdings wirkt sie ausdefinierter und prominenter als noch in der Vergangenheit.

Dennoch versteht “As The Moon Rests” es, die Reibung zwischen hard-rock-artigen Parts und den bedächtigen, atmosphärischen Momenten hervorragend auszutarieren und eine Dynamik zu kreieren, die unter die Haut geht.

Der subtile, aber dennoch wirksame Einsatz von Streichern und im Besonderen dem Klavier, das in der Nebenrolle oft genug der heimliche Star ist, entschärft allzu brutale Tendenzen. So einfach lässt sich Williams nicht in die Post-Metal-Ecke stellen.

Dennoch ist es eine durch Mark und Bein gehende Wonne, dabei zuzuhören, wie “As The Moon Rests” triste Schönheit im Groben findet. Einer solch dichten wie packenden Atmosphäre entgeht man nur schwer.

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