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Nick Hakim – Cometa

An den Schnittstellen zwischen R&B, Soul und Singer/Songwriter sucht Nick Hakim die Extreme. Sein viertes Album “Cometa” ist eine Songsammlung von Liebesliedern mit vielen Zwischentönen, die mehr ums Ego als die Paarbeziehung kreisen.

Es gehe darum, zu jemandem heran zu wachsen, der man sein möchte, wenn die Welt um einen herum zu zerbröckeln scheint, so der Wahl-New-Yorker. Dabei ist die Platte eigentlich ein überbordendes Gemeinschaftswerk, das zahlreiche Gäste aus Hakims Community auf den Plan rief. Alex G, Isaiah Barr und DJ Dahi, um nur ein paar zu nennen.

Darüber hinaus bezeichnete Hakim den Bassisten Kyle Myles als den Klebstoff, der sein musikalisches Leben in den letzten zehn Jahren zusammengehalten hat, zusammen mit dem Pianisten Jake Sherman, dem Schlagzeuger Vishal Nayak sowie den Gitarristen Joe Harrison und Dylan Day.

Die vielen Köche erklären zumindest in Ansätzen die außerordentlichen Winkelzüge, die „Cometa“ annimmt. „Happen“ grüßt noch zaghaft den Geist von Elliott Smith. „Vertigo“ ist ein paar Minuten später bereits der souligen Seite von Fink näher, als dieser sich selbst.

Bei “Happen” ist es dann eben nicht nur Alex G am Klavier, sondern auch das wortgewaltige Konzept des Albums: „A supernova/ Exploded and changed my world.“ Darunter macht es Hakim nicht.

Der Albumtitel bedeutet im Spanischen soviel wie “Drachen”, für Hakim ein Symbol für den Aufschwung, das Gefühl, in der eigenen Umlaufbahn zu sein, während alles andere um einen herum schwebt wie Kometen im Weltraum.

Wem das wie ein interstellares Metaphern-Bingo vorkommt, der stellt indes ganz ohne konzeptuellen Überbau fest, dass das R&B-lastige „M1“ wiederum die dritte große Einfluss-Sphäre auf „Cometa“ markiert. Und spätestens hier wird deutlich, was den verschwenderischen Umgang mit Einflüssen und Gästen zusammenhält: Die zuversichtliche Atmosphäre in einem dunklen Nichts.

Nahezu jedes Stück des Albums ist dafür geeignet, auf der Außenterasse einer Sky-Bar in Manhattan die letzte Zigarette des Abends zu versüßen. Über den Köpfen nur noch der Nachthimmel, darunter der nächste Arbeitstag.

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