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Teri Gender Bender – Saturn Sex/State Of Fear

Vom Riot-Grrrrl zur Femme Fatale des Art-Pop. Die unergründlichen Wege der Teresa Suárez Cosío alias Teri Gender Bender nehmen eine neue Abzweigung.

Das Mittel der Wahl bleibt weiterhin das Kleinformat. Dem konnte die mexikanische Multiinstrumentalistin schon vor dem jetzigen EP-Doppelschlag überdurchschnittlich viel abgewinnen. Die „Complexify“ EP-Sammlung umfasste beachtliche zehn mal vier Songs.

Auf zwei mal vier Stücke beschränkt, macht auf „State Of Fear“ nun die Vorabsingle „Give Me, Give Me“, den Anfang – der einzige Song, der sich noch entfernt als Gitarrenstück bezeichnen ließe. Dafür verantwortlich zeichnet ihr langjähriger Kooperationspartner Omar Rodriíguez-Lopez, der mit seinem Stil an dieser Stelle Jonny Greenwood zum Verwechseln ähnelt.

Zusammen mit Bender gründete der The-Mars-Volta-Stratege die kurzlebige Art-Rock-Band Bosnian Rainbows. Bender wiederum war an zahlreichen seiner Soloalben beteiligt und er von Beginn an von ihrer Garage-Punk-Band Le Butcherettes angetan, mit der Rodriguez-Lopez immer wieder im Studio war.

Wer Bender über die ruppige Eigenwilligkeit von Le Butcherettes zu schätzen lernte, wird indes einiges umdenken müssen. Die Eigenwilligkeit hat sich bei ihrer Solokarriere noch weiter ausgedehnt. Der Punk existiert dafür nur noch im Geiste.

Neben dem bereits erwähnten „Give Me, Give Me“ dominieren Synthbässe, verschobene Beats und pluckernde Electronica. Mit einem erweiterten Gespür für Melodie, setzt Bender ihre eindrückliche Stimme im Sinne von Björk oder St. Vincent in Szene und den Feminismus aufs Tableau.

Wo Björk auf Isländisch den Elfen-Mythos beschwerte, schiebt Bender in „The Get Up“ auf Spanisch den Art-Pop unter Palmen – um dann in „Get Your Money Straight With Me“ Tacheles zu reden: “War and Peace chapter sixteen/ Tolstoy fucked your father/ Rolling all around inside his gravestone, you wish you were a player/ Just get your ass on out of here, hey!”

“Saturn Sex” ist ihr „Manifest gegen den großen Mann“. Klug, abwechslungsreich und so viel mehr als nur die zweite Seite einer der erfolgreichsten Punk-Sängerinen Latein-Amerikas. Stattdessen ist der Appell im letzten Song wörtlich zu nehmen: „Mind Your Feelings“!

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