Boris Gott aus Bottrop hat heute sein neues Album “Glücklich” veröffentlicht. Es ist sein erstes seit 12 Jahren.

Mit dem neuen Album „Glücklich“ in der Satteltasche reitet Boris Gott einsam durch den deutschen Songwriter-Dschungel. Thematisch sind die Lieder im bekannten Boris-Gott-Kosmos verortet: Sehnsucht, Suche, Transzendenz und Dosenbier im Swingerclub werden in den folkigen Rocksongs verhandelt und bittere Wahrheiten mit schönen Ohrwurmelodien versüßt.

Seit mehr als 20 Jahren ist Dortmund die Wahlheimat von Boris Gott und das Ruhrgebiet der ideale Ausgangspunkt für seine Texte über den alltäglichen Wahnsinn auf der dunklen Seite der Republik. Hier findet sich die Inspiration im bunten Durcheinander der urbanen Großstadt mit Ihren Brüchen und Widersprüchen. Hier verbindet sich das Lokalkolorit mit persönlichen Erfahrungen des Scheiterns und Weitermachens. Hier ist der innere Strukturwandel Programm.

Mit Musik hat Boris schon früh begonnen. „Musik war mir mit beginnender Jugend so wichtig. Endlich war da die Möglichkeit, mich und meine Gefühle auszudrücken.“ Mit 14 hat er angefangen, die ersten Akkorde auf der Gitarre zu lernen. „Ich habe gleich angefangen eigene Songs zu schreiben. Das war in mir. Das musste raus.“

Nach den frühen Schülerbandversuchen wurde es Ende der 90er dann mit seiner Band Couchgott ernst und es folgten neben diversen Preisen (2000 DRMV 2. Platz, 2001 TRIEBWERK NRW 2. Platz) drei Alben.

Nach dem Ende der Band begann ab 2005 die Solokarriere von Boris Gott. 2010 war mit der vierten Veröffentlichung „Es ist nicht leicht ein Mensch zu sei“ vorerst Schluss. „Nach der letzten Platte war ich pleite und ausgebrannt.“, erzählt Boris Gott. „Ich hatte Jobs und war Vater geworden, aber da war immer noch diese Unruhe“. Dieses Drängen hat den Überzeugungstäter wieder ins Dortmunder Studio 27 geführt. Zusammen mit Produzent und Freund Stefan Zacharias sind die zehn neuen Songs entstanden.

„Ich hol mal groß aus und beschreibe meine Songs als Zustandsbeschreibung der menschlichen Existenz in der Postmoderne – Gott ist tot, aber der Boris lebt noch“ sagt Boris Gott. Johnny Cash spielt bei Element Of Crime die geklaute E-Gitarre von Jimmy Hendrix und liest dabei Charles Bukowski – so könnte man „Glücklich“ in einem Satz eindampfen.

“Bottrop City” und “Lieber Gott” sind Lieder über das Aushalten der Brüche und Widersprüche in einem sinnentleerten Alltag. Doch auch auf der dunklen Seite der unbarmherzigen Wirklichkeit leuchtet ein subtiler Hoffnungsschimmer:

“Gott noch größer als ein Popstar” singt Boris Gott in “Irgendwann muss jeder sterben” und zieht seinen 38er-Ironie-Colt gegen die Verzweiflung, trifft mitten ins Herz der verlorenen Großstadtseele und spielt zum Trost den einen großen Refrain.

“Ich kann immer nur ich selbst sein und das klappt mittlerweile ganz gut!“, sagt er. Das hört man, wenn er von ungewöhnlichen Themen wie männlicher Depression (“Ole”) singt oder die große Liebe in einem Swinger Club sucht (“Chaos Queen”).

Ein Schelm, der Böses dabei denkt, wenn Boris Gott von dem „goldbestickten Klo“ und seinem “Big Black SUV” berichtet, die „froh“ machen sollen. Wirklich „Glücklich“ wird man hier nur zwischen den Zeilen.

Doch der Weg lohnt sich: Boris Gott ist die erfrischende Alternative zu den aktuellen Befindlichkeits-Protagonisten des deutschen Pop. Damit bleibt er ein “Einsamer Wanderer” und reitet weiter entlang der A40 durch das Ruhrgebiet Richtung Westen in den Sonnenuntergang. Immer auf der Suche nach dem einen großen Refrain… Ein dreifaches „Glück auf – und grüß Gott.

www.instagram.com/borisgottband/

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