Wenn die doofen WG-Nachbarn wieder eine gesalzene Technoparty schmeißen und um fünf Uhr morgens noch die Wände wackeln, als wären es die kleinen Geschwisterchen des Berghains, dann kontert es sich mit King Tuff zum Frühstücks-Ei am Schönsten:

Lautsprecher an die Wand und den Kater in Form kleiner Teufelchen ins Zimmer der Schnapsleichen fluten. Taugt mitunter auch zum Hobby.

Die Stimme von Frontmann Kyle Thomas, der als laszives Aushängeschild seiner psychedelisch angehauchten Garage-Rock-Band aus Vermont fungiert, ist wie gemacht für das schlechte Gewissen, das sich mit dem Gefühl der Überlegenheit in die Ohren jener schleicht, die aktuell schachmatt sind.

Das geht einher mit dem Potenzial, zumindest bei liberalen Technofans den Willen zu errichten, bis abends wieder so fit zu sein, dass man geradeaus und vielleicht „Almost Famous“ schauen kann. Dazu passend singen King Tuff von „Love Letter To Plants“ vom „Rock River“ und zwischen vielen weichzeichnenden “Ohs” und “Uhs” vom Status zu „How I Love“.

Die von Liebe, Herzschmerz und Selbstfindung handelnden Texte sind in ihrem Witz und Ehrlichkeit in Kombination mit der bestimmten Form des Vortrages jedenfalls immer tagesform-abhängig und dann am besten, wenn man noch was vorhat mit dem Tag.

Dann wirkt der Schmelz zwischen Synthesizern und Fuzz-Gitarren mitunter beflügelnd und es festigt sich der Eindruck, halbwegs Schritt zu halten mit denen auf Platte, die ihr Leben halbwegs im Griff zu haben scheinen.

Andernfalls wirkt das eben wie ein inherenter Vorwurf und dann verstärkt „Smalltown Stardust“ eher das Gefühl der Trägheit und des Selbstmitleids, bei dem sich das schleppende „The Wheel“ auch mal wie ein Achsenbruch anfühlt.

Vorbilder wie T. Rex sind aber auch schon immer dann am besten gefahren, wenn die Hörerin eine instrinsische Motivation mitbringt, respektive der Hörer zum Tatendrang neigt.

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