Musikalisch groß geworden in den urbanen Clubs von New Orleans, zieht es Sarah McCoy irgendwann fast schon zwangsläufig in den Windschatten von Größen wie Tom Waits und Co. – Künstler*innen, die Musik und Poesie in etwas Einzigartiges verwandeln konnten und teils noch immer können.

Mit Ihrem Debütalbum “Blood Siren” begeisterte die in einem kleinen amerikanischen Ostküsten-Städtchen geborene Songwriterin nicht nur ihren heutigen Manager Bruno Moyine und Pulp-Frontmann Jarvis Cocker.

Vier Jahre später legt Sarah McCoy nun endlich nach und präsentiert ein zweites Studioalbum, das den Hörer von der ersten Sekunde an in seinen Bann zieht. Lediglich begleitet von einem Piano, einigen akzentuierten Synthie-Sphären, dem einen oder anderen Beat aus der Maschine und imposanten, in regelmäßigen Abständen wechselnden Stimmungslagen, präsentiert die Sängerin ein aufwühlendes Sound-Szenario der Extraklasse.

Mystisch wabernde Dramen wie das blubbernde “Weaponize Me”, das sich dynamisch steigernde “Sometimes You Lose” und das mit klimpernden Elektrotupfern angereicherte “Sorry For You” wechseln sich ab mit emotional aufwühlenden Balladen à la “Go Blind” und “You Are Not Alone”.

Sarah McCoy bringt sie alle an einen Tisch – Erinnerungen an die famose Amy Winehouse, aber auch neuzeitliche Glanztaten aus dem Hause Adele und anderen. Im Gegensatz zu Letztgenannter versinkt Sarah McCoy aber nie in einem Ozean aus Tränen, der sich nicht so richtig entscheiden kann, ob er denn nun in Moll oder in Dur seine Wellen schlagen lässt.

Trotz viel Melancholie schimmert stets ein Licht der Hoffnung durch das große Ganze. So drückt der Hörer am Ende auch nicht mit einer Träne auf der Wange, sondern mit einem Lächeln im Gesicht auf den Repeat-Button.

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