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Peter Fox – Live an der Südbrücke, Köln

Es ist offiziell: Der Sommer ist da: Dazu liefert Peter Fox am gestrigen Freitagabend den perfekten Soundtrack und sorgt für Festivalfeeling in Köln. Direkt am Rhein wartet, eingezäunt von Containerwänden, eine wunderschöne Open-Air-Location, in der 3.500 Leute Platz finden.

Für Peter-Fox-Verhältnisse, der nicht nur mit seiner Band Seeed sondern auch als Solo-Künstler einer der größten deutschen Stars ist, hat diese Show also eher familiäre Züge. Denn sicherlich könnte der Berliner auch den Tanzbrunnen, der fast das Vierfache an Kapazität hat, voll machen.

Man merkt allerdings schnell, dass Konzerte in dieser Größenordnung an der Südbrücke eher die Seltenheit sind. Während dank der Vielzahl an Essensbüdchen für jeden Geschmack etwas dabei ist, lassen die Zustände an den Getränkeständen schon vor Konzertbeginn die Gefühle hochkochen.

Wer diesen Sommerabend mit einem kühlen Bier genießen möchte, der steht auch schon mal über eine Stunde in der Warteschlange. Und so wird im Publikum nicht nur Peter Fox beklatscht, sondern auch der Kumpel, der endlich die lang ersehnte Getränkebestellung im Gepäck hat.

Mit oder ohne Getränke geht es dann endlich los. „Wenn ihr wüsstet, wie mein Herz hier klopft“, ergreift Peter Fox nach dem dritten Song „Weiße Fahnen“ das Wort. „Das ist erst unsere dritte Show heute. Es ist ein bisschen weird, dass es noch so hell ist, aber ich hoffe, wir kommen trotzdem in den Vibe“.

Und natürlich soll ihm diese Hoffnung erfüllt werden, denn davon, dass der Sound nicht ganz optimal ist und gerade in den hinteren Reihen eher schwach auf der Brust, lässt sich das Publikum die Stimmung nicht verderben.

Spätestens, als Fox nach den ersten fünf Songs, die alle vom neuen Album „Love Songs“ stammen, ankündigt, dass nun eine alte Nummer folgt und die ersten Töne von „Kopf verloren“ erklingen, wird bis in die letzten Reihen Zeile für Zeile mitgesungen.

„Wer hat Bock sich zu bewegen?“ fragt Fox kurze Zeit später und zahlreiche Hände schießen in die Höhe. Die beiden Tänzerinnen auf der Bühne dürfen sich über Unterstützung freuen, denn die restliche Show lang dürfen zahlreiche Fans direkt auf der Bühne und auf einer erhöhten Platzform hinter der Band “ihren Speck schütteln” und so für jede Menge Stimmung sorgen. Wer die Tanzschuhe bislang noch nicht anhatte, ist spätestens jetzt genügend animiert, die Hüften zu schwingen.

Mit „Hale Boop“, „Ticket“ und „Lass sie gehen“, das Fox zunächst als Akustik-Version allein am Klavier anstimmt, dürfen die Fans sich außerdem über ein paar Seeed-Songs freuen.

Nach gut 75 Minuten erklingt dann mit „Zukunft Pink“, zu dem auf der Bühne ein großes Banner mit „Future Is Now“ gehisst wird, der letzte Song des regulären Sets. Dass es das noch nicht gewesen sein kann, dürfte aufmerksamen Zuhörer aber klar sein.

Und so stimmt Fox mit seiner Band nach „Toscana Fanboys“ inklusive Pfeif-Solo seines Bandmitglieds Benji Asare zu dem legendären Streicherintro einige Oh-oh-Chöre an, bevor er mit der Strophe von „Alles Neu“ einsteigt und die Menge ein letztes Mal zum Brodeln bringt.

Ein weiterer Beweis dafür, wie sehr Peter Fox seine Bandmitglieder schätzt, was man dank der Harmonie auf der Bühne den ganzen Abend spürt. Einziger Wermutstropfen ist, dass nicht, wie bei Seeed-Shows üblich, als Sahnehäubchen auch einige Bläser mit am Start sind.

„Eigentlich wollte ich diesen Song nicht mehr singen“, erklärt Fox, bevor er sich danach mit „Haus am See“ zu einer weiteren Zugabe hinreißen lässt, „aber Moses Yoofee hat so geilen Jazz dazu geschrieben, deswegen tue ich’s doch.“

Bevor Peter Fox mit der lässig jazzigen Akustik-Version von „Haus am See“ die Kölner mit bester Laune in einer der ersten Sommerabende entlässt, hat er aber noch einen Ratschlag: „Denkt immer dran, man kommt eigentlich nie an. Es ist immer eine Reise. Aber der Song ist trotzdem okay.“ Das findet auch das Publikum und verabschiedet sich mit einem dicken Applaus.

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