Mit ihrem Debütalbum „New Beginnings“ lässt Sarah Bugar ihr altes Leben als Köchin und Friseurin hinter sich und widmet sich der Musik. Die 11 Songs der Singer/Songwriterin aus München gewähren tiefe und persönliche Einblicke in ihre Gefühlswelt und erzählen von Wachstum, Veränderungen und Hoffnung.
Gemeinsam mit dem Produzenten Thomas Eifert, der unter anderem bereits mit l’aupaire, Kytes und LUPID zusammengearbeitet hat, kreiert die Newcomerin einen Sound, der handwerklich sehr solide, aber weitgehend austauschbar klingt und sich gänzlich den aktuell gültigen Konventionen fügt.
Brummende Synths, matte Lo-Fi-Beats und die Akustikgitarre sollen die künstlerische Authentizität unterstreichen. Hie und da sorgt eine Prise 80er für eine zusätzliche, retro wirkende Ästhetik. Wodurch sich das Album aber trotz aller Vorhersehbarkeit abhebt, ist Sarah Bugars ausdruckstarke Stimme, die allen Songs eine hymnenhafte Aura verleiht.
Der Opener und Titeltrack „New Beginnings“ klingt verträumt und melancholisch. Über wummernde Klangflächen und hallende Klavierakkorde wagt Sarah Bugar den Schritt ins Unbekannte: „Cause everything new only starts with an end“.
Wie schmerzhaft es sein kann, einen geliebten Menschen zu verlieren, ohne sich verabschieden zu können, verarbeitet sie in „After All These Years“. Für diese gefühlvolle Akustikballade holt sie sich den Kölner Musiker Jules Ahoi an Bord. Inmitten dieser Verwundbarkeit und mit Details bespickten Lyrics wirkt Sarah Bugar am stärksten.
„Goodbye My Dear“ versucht ebenfalls, mit der Vergangenheit abzuschließen. Ihr Gesang überstrahlt abermals alles und bricht aus der reduzierten Instrumentierung der verhaltenen Streicher aus. Der Text trifft mit Schmerz und Ehrlichkeit.
Umso bedauerlicher ist es, dass sich andernorts wiederum so platte Textzeilen einschleichen wie „Don’t you worry about today, you don’t have to be afraid, tomorrow you will find your way“ in „Do It Slow“.
Auch mit der Einbettung von einem kurzen Ausschnitt aus Martin Luther Kings berühmten Rede aus 1963 trägt man hier ziemlich dick auf und gleitet ins Abgedroschene ab. Denn eigentlich würde „I Have A Dream“ mit seinen treibenden Rhythmen und ausladendem Refrain überzeugen – auch, wenn es nicht die innovativste Interpretation eines Friedensappells ist.
Damit „New Beginnings“ in Summe nicht allzu nachdenklich gerät, unterfüttert Sarah Bugar das Album mit sommerlichen Tracks. „Come Along“ begleitet die flirrende Mittagssonne und „Take Me Back“ das Lagerfeuer am See in der Dämmerung.
„I Can Be Everything“ nimmt Fahrt auf und ruft energisch dazu auf, die eigenen Träume zu verwirklichen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass Veränderungen Mut und Zeit brauchen. Musikalisch schielt Bugar hier schüchtern in Richtung Pop-Rock.
Mit ihrem Debütalbum gelingt Sarah Bugar mühelos der Spagat zwischen Wehmut und Frohsinn. Sie hat viel zu erzählen, doch geht diese Glaubwürdigkeit oftmals auf Kosten von hohlen Floskeln. Trotzdem macht „New Beginnings“ Spaß, denn es ist heimelig, forsch und fühlt sich in den zahlreichen Facetten des Pops wohl.
