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Resi Reiner – Weisst du was ich mein?!

Die Österreicherin Resi Reiner liefert mit ihrem Debütalbum “Weisst du was ich mein?!“ eine Platte ab, in der sie auf ihr Erwachsenwerden zurückblickt – und dabei ganz ohne Kitsch auskommt.

Auf dem Album ist der 26-Jährigen wie schon bei ihrer ersten Single kaum anzuhören, dass die Quereinsteigerin noch gar nicht so lange im Musik-Business unterwegs ist. Als Schauspielerin stand sie erst letztes Jahr im Historiendrama “Corsage“ vor der Kamera, der unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Umso erstaunlicher ist es, dass die gebürtige Grazerin schon seit ihrer Debütsingle “Ich will nach Italien“ 2021 in der deutschsprachigen Indie-Pop-Szene mit offenen Armen empfangen wird. Ein Jahr später katapultierte Reiners erste EP “echsestieren“ ihre Musik auf den Radar der Spotify-Playlisten.

Wiederum ein Jahr später folgt nun das Album “Weisst du was ich mein?!“, auf dem Resi Reiners unaufgeregte Stimme die Hörer*innen neun Tracks lang durch ihr Leben mitnimmt, und das auf die bescheidenste Weise.

Als Teil des DIY-Bedroom-Pop klingen die Songs der Künstlerin wie direkt aus dem Schlafzimmer produziert, obwohl unter anderem Albrecht Schrader an der Produktion des Albums beteiligt war. Dieser bestechend einfache Sound setzt sich aus akustischen Elementen zusammen, gemischt mit modernen Retro-Synthesizern.

Dabei ist das, was “Weisst du, was ich mein?!“ so besonders macht, die Art und Weise, mit der Reiner ihre Coming of Age Story verpackt. Auf dem Album lässt sie ihren Songs lyrisch angenehmen Interpretationsspielraum, behandelt komplexe gesellschaftliche Probleme mit einem Augenzwinkern. Reiner sagt selbst über ihr gekonnt blauäugig wirkendes Songwriting: „Ich will niemanden mit einem Gefühlskorb überschütten.“

Schon der erste und zugleich Titeltrack setzt mit seinem Mantra den Ton für die nächste halbe Stunde: “Alle müssen heut’ ein Zeichen setzen / Bin da ich gemeint?“ – und zementiert zugleich das dominierende Gefühl der Orientierungslosigkeit in Reiners Texten.

Dazu besingt sie über ihre Liebeserklärung zum Espresso-Kocher in “Bialetti“ oder die zweigleisige Beziehung zu Antidepressiva in “Trittico“ in “Weisst du was ich mein?!“ alltägliche wie spezielle Umstände. Auf “Volare“, Italienisch für “Fliegen“, steht ihr die junge Pop-Sängerin RAHEL dabei zur Seite.

„Wenn die Zeit wirklich alles heilt, dann wär’ ich jetzt soweit“ verkündet Reiner in “Dunkles Herz“ und gewinnt nicht zum ersten Mal selbst den düstersten Momenten eine gewisse Leichtigkeit ab. Dem Zauber, den Resi Reiners Debütalbum umgibt, lässt sich immens viel abgewinnen – und man erliegt ihm augenblicklich.

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