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Half Moon Run – Live in der Freiheitshalle, München

Gläser klirren. Das einzige Geräusch, das man in der gut gefüllten Freiheitshalle in München gestern noch vernimmt. Die Stimmung ist sehr gut an diesem warmen Sommerabend in München. Fernab vom Oktoberfest haben sich ein paar hundert Begeisterte versammelt, um einen ausgelassenen Abend musikalischer Vielseitigkeit zu erleben.

Hände klatschen. Einzelne johlen. Der Blick gleitet über das bunt gemischte Publikum, bleibt an einzelnen gespannt blickenden Gesichtern hängen und wendet sich dann zur Bühne.

Dort sitzen die britischen Akustiker Flyte in Zweierbesetzung und lassen helle Männerstimmen auf fein ziseliertes Gitarrenspiel perlen. Dazu Geschichten von faszinierenden Treppenhäusern und 13-jährigen Mädchen, die sich einen Land Rover Defender kaufen, was dem Publikum wiederum das Highlight “Defender” beschert. Für eine halbe Stunde stimmt das Duo akustisch auf das folgende Überraschungspaket ein.

Die Halle füllt sich. Der Altersdurchschnitt wird jünger, die Gäste bunter und das Licht fahler. Mit Half Moon Run werden für die nächsten knapp eineinhalb Stunden drei kanadische Musiker ein Feuerwerk an Spielfreude abbrennen.

Die Band hat sich kontinuierlich aus dem Indie-Folk Kosmos herausentwickelt, welchen sie 2012 erkundet haben. Diese Vielseitigkeit nutzt vor allem Conner Molander, der – von Instrument zu Instrument huschend – auch den aktiven Bühnenpart übernimmt. Begeisternd beherrscht er das Spiel an den Saiten, vermag so manches kurzes Solo zu spielen, und auch am Keyboard überzeugt er.

Die Kanadier wissen aber auch um die Stärke ihrer Songs wie “Razorblade” oder “Hotel in Memphis”. Devon Portielje weitet seine feine Gesangsstimme auf die textlastigen Songs aus, kann bei “You Can Let Go” das Publikum in Beschlag nehmen und setzt sich im Laufe des Abends selbst keine Grenzen mehr.

Mag Drummer Dylan Philips auch seinen Kollegen in nichts nachstehen, ist es gerade das Spiel mit den Trommeln und der Percussion, das Half Moon Run an diesem Abend Atmosphäre erzeugen lässt.

Es wummern trommelnde Schläge durchs Publikum und versetzen Füße und Hüften in Bewegung. Die Band spreizt sich vom Folk-Rock zu Soul, Classic-Rock und lässt auch ein wenig Funkiness nicht vermissen.

Atempausen gönnt man sich selten, schürt damit aber auch die Stimmung im Publikum. Diese explodiert dann bei unwiderstehlichen Songs wie “Goodbye Cali”, welche das Ausnahmetalent eines Conner Molander ebenso in den Vordergrund rücken wie Portieljes Begeisterung darüber, welche Publikumsreaktionen auf die Bühne schwappen.

Der Blick streift wieder über die Gesichter, viele freudestrahlend, manche glücklich überrascht und auch das ein oder andere, das mit blitzenden Augen den Moment genießt. Mit einem rundum gelungenen Auftritt verneigen sich Half Moon Run vor ihrem eigenen Können.

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