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Steaming Satellites – Andromeda

Kurz vor knapp reichen Steaming Satellites ihre Sommer-Platte für die letzten warmen Sonnenstrahlen im Jahr ein. Eine willkommene Geste: Dem September, der sich temperaturtechnisch noch immer in den hohen 20ern hält, fehlte noch der passende Soundtrack.

Speziell fehlt ein wenig der lockeren Leichtigkeit, die die Salzburger mit ihrem groovenden Spagat zwischen Indie-Rock und Prog-Psych-Pop seit nun schon 18 Jahren hinlegen. Zuletzt erzählte das Quintett auf “Back From Space” (2018), wie es denn so im All war – als selbstbetitelte Satelliten natürlich selbstverständlich: Still und kühl war es dort, weswegen das Album auch eher nachdenkliche und ernste Nuancen bediente.

Dem Titel nach sollte man nun meinen, dass der neue Nachfolger “Andromeda” hier in dieselbe Kerbe schlägt. Und auch die ersten Sekunden des Openers “I Think I’ve Had Enough” widersprechen nicht unbedingt. Nach dem schummerigen Space-Moment setzt jedoch freundlicher und warmer Pop-Rock ein, der sich leicht soulig durch die vor Hitze flimmernde Luft schwingt.

“We Got Lost” schließt hier direkt an und offeriert neben der groovenden Symbiose zwischen Schlagzeug und Bass auch eine spritzig funkige E-Gitarre und pointierte Akzente des Keyboards. Fast ist die Dosis an guter Laune schon zu offensichtlich.

Hier bietet allerdings die Thematik von “Andromeda” das Gegengewicht zum plakativen Feelgood-Pathos, denn das Album dreht sich um toxische Beziehungen. Wie man dort landet, was sie mit einem machen und wie man am Ende mehr oder minder unversehrt wieder herauskommt.

Nicht zuletzt wegen der komplexen und nicht ganz leichtfüßigen Natur des Themas ließen Steaming Satellites den ursprünglichen Arbeitstitel für das Album “Zero Gravity” fallen. Rein musikalisch gesehen, wäre dieser allerdings ganz passend.

Denn die Salzburger erinnern zwar oft an Instanzen der höchst lässigen Gitarrenmusik: Die frühen Tame Impala sind da etwa dabei, Unknown Mortal Orchestra ebenso und natürlich auch Portugal. The Man, mit denen Steaming Satellites bereits zusammen tourten.

Am Ende ist es aber immer noch der ganz eigene Sound, der jeglicher Schwerkraft trotzt und mit breitem, aber nicht zu ausgefransten Klangweiten das lockere Schweben im Sonnenschein gemeistert hat.

“Andromeda” ist an den richtigen Ecken psychedelisch, an den passenden Stellen herzlich und in den Momenten intensiv, in denen es sich am besten anfühlt. Es ist eine Wonne, mitzufühlen – auch wenn der Herbst dann doch irgendwann da ist.

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