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MGMT haben für den 23. Februar 2024 ihr neues Album „Loss Of Life“ angekündigt. Gestern erschien vorab mit „Mother Nature“ die erste Single davon inklusive Musikvideo.

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Middletown – the Forest City – ist eine Kleinstadt, die so alt ist, wie Städte in den USA überhaupt nur sein können. Gegründet wurde sie 1650 von englischen Siedlern und ursprünglich nach dem Mattabesett-Stamm der Ureinwohner benannt, den man auf 120 Hektar Reservation verwiesen hatte. Eine Stadt mit nicht einmal 50.000 Einwohnern und einer konservativen Universität, wo man sich wahrscheinlich um den Verstand langweilen kann, wenn man 20 Jahre alt ist.

So fanden sich wahrscheinlich die beiden MGMT-Mitglieder Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser 2002 im leichten Langeweilekoma und spielten sich Musik vor, die ihnen gefiel. Alte Musik. Talking Heads oder OMD zum Beispiel.

Wie die Legende besagt, gründeten sie eine Band und nannten sie The Management, und der Ruhm – halt, Moment! – es gibt schon eine Band, die so heißt? Gut, dann streichen wir ein paar Buchstaben. Wie die Legende besagt, gründeten sie eine Band und nannten sie MGMT und der Ruhm folgte ihren Noten und Texten.

2007 erschien „Oracular Spectacular“ und wurde ein Erfolg, vor allem bei Musiker*innen. The Flaming Lips, Happy Mondays, Jane’s Addiction, Radiohead, Bruce Springsteen, Paul McCartney – wie viele berühmte Fans kann man eigentlich haben?

Das wurde Andrew und Ben wohl zu viel Ruhm und fortan gaben sie sich jede Mühe, genau die Musik zu machen, die man nicht erwartete. Und so hieß es hier im MusikBlog zum letzten Album „Little Dark Age“ über den Erfolg und die Fans:

„Die meisten der zugewonnenen Fans sollten durch eine ordentliche Portion Verschrobenheit möglichst schnell wieder dahin zurück, wo sie herkamen. Kritiker nahmen dankend an und schrieben die bunten Psychedelic-Sträuße der Platten in die Höhe und den Erfolg der Band nieder.“

„Little Dark Age“ war das vierte Album und klang wieder etwas mehr nach Synthiepop und Psychedelic-Pop mit eingebauten Verbeugungen vor dem Sound der Achtziger und Neunziger wie z. B. Kraftwerk, Pet Shop Boys oder Daft Punk.

„Loss Of Life“, das Nachfolgealbum, soll im Februar nächsten Jahres erscheinen und heute haben wir die erste Kostprobe davon, wohin die Reise musikalisch gehen wird.

Im Video sehen wir einen süßen Knete-Hund auf der Suche nach seinem Freund, der süßen Knete-Schildkröte. Gemeinsam erleben sie wenig aufregende Abenteuer, vielleicht in Middletown, bis die Knete-Schlange am Ende den bösen Musiker auffrisst.

Drollig ist das und nett und voll Augenzwinkern und rundherum appetitlich anzuhören. Falls man Oasis mag. Denn „Mother Nature“ klingt wie die erste Studio-Aufnahme eines neuen Oasis-Songs, bevor Tontechniker und Produzenten alles in das Dauerdröhnen verwandeln konnten, welches man nach drei Songs nicht mehr ertragen kann.

Eine gute Sache, wenn man darüber nachdenkt: Oasis, aber ohne Brickwalling. Noch besser: Oasis, aber ohne die Gallagher-Brüder! Ein verbessertes Oasis-Revival! Gute Idee!

Wäre es nicht ein Segen, wenn all die schlechten Musiker*innen im Sommer in den Parks und an den Stränden nicht mehr „Wonderwall“ singen, sondern „Mother Nature“?

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