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Wallis Bird And Spark – Visions Of Venus

Wir sind längst im Zeitalter “Alles schon gehört” angekommen. Nur noch wenige Projekte versprechen noch die Aufregung des Neuen, nur wenige Alben setzen mit ihrem Konzept noch große Akzente. Und dann gibt es eben Projekte wie “Visions Of Venus”, mit dem Wallis Bird und Spark ein absurdes Unterfangen vertonen: Geschichten von und über große Frauen – vom Mittelalter bis heute.

Da steht auf der einen Seite die Indie-Musikerin Wallis Bird, die vor allem dank ihrer kratzigen Stimmfarbe und immer angenehm mutigen Songwritings bekannt wurde, und auf der anderen Seite das Klassik-Kollektiv Spark.

Zusammengeführt klingt das genau so, wie man es sich vorstellen würde, nur noch besser: Spark weben einen Teppich aus vielschichtigem Wohlklang, auf dem Wallis Bird ihr gesamtes Stimmvolumen ausrollen kann.

Und das hat wahrlich mehr auf dem Kasten, als die bisherigen Veröffentlichungen der Irin hätten vermuten lassen. Als Grundlage dienen dabei die vielen Originale der Coversongs, die sich auf dem knapp einstündigen Koop-Album befinden.

So stehen hier ganz natürlich Hildegard von Bingen, Björk und Anohni nebeneinander, Spark zimmern mit ihren Instrumenten den jeweiligen Referenzrahmen. Und Bird holt alles aus sich raus.

So bricht die Platte beim fordernden “Babooshka” von Kate Bush aus, swingt sich lässig durch die Welt von Billie Holidays “Now Or Never” oder fährt die Klassik-Imposanz von Clara Schumann in”Lovst Thou For Beauty” auf.

“Visions Of Venus” ist am Ende eine einstündige Verbeugung vor großen Künstler*innen, vor großen Geschichten, vor großen Arrangements. All das funktioniert aus zwei Gründen so großartig:

1. Ist die Konzeption geprägt durch eine starke und vielfältige Komposition der Tracklist, die Stücke von Bird mit den überwiegenden Coverversionen zusammenbringt.

2. Beweisen Spark und Wallis Bird auf dieser Platte auch ihre musikalische Finesse, die den Grat zwischen Huldigung und eigener Interpretation mit einer Leichtigkeit entlangschlendert.

Diesem anspruchsvollen und einzigartigen Projekt mit klarem Special-Interest-Schild an der Tür ist jede Aufmerksamkeit gegönnt. Denn so etwas haben wohl die wenigsten bereits gehört.

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